Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom: „Niedrige Ziele“ Episoden-Review

OT: „Aim Low“ – Serien-Sonntag: Neue Eggman-Episode! Doch dieses Mal ist er traurig – ob sich das auf seine Performance niederschlägt?

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Inhalt

Ein neuer Tag, ein neuer Angriff: Der eierförmige Feind von Sonic und Co. greift wieder an – doch wieder einmal ist die Truppe überlegen. Eggman verfällt nach dem erneuten Versagen Depressionen und lässt sich traurig vor den Fernseher fallen. Dort sieht er die Werbung eines Motivationsberaters namens „Soar the Eagle“, den er sofort anheuert. Langsam baut sich sein Vertrauen wieder auf – soweit, dass der Doc den Adler wieder feuert. Doch schon bald zeigt sich, dass das Selbstvertrauen nur von kurzer Dauer war: Als Sonic bemerkt, dass sie schon länger nichtmehr angegriffen wurden, stattet er dem Eierfeind einen Besuch ab und stellt fest, dass Eggman nichts anderes tut, als sich Kitschfilme im Fernsehen anzuschauen. Nun könnten die Freunde das Leben genießen – allerdings macht ihnen Sonic selbst einen Strich durch die Rechnung, der zunehmend paranoider wird und seine Freunde nervt, da ihm ohne seinen Erzfeind unheimlich langweilig ist. Amy beschließt deshalb, Eggman wieder zu motivieren, indem sie selbst einen Angriff auf ihn starten. Dieser zeigt sich jedoch unbeeindruckt. Die Freunde rufen den blauen Igel und tun so, als würden sie angegriffen werden. Der durchschaut schnell, dass sie nur simulieren, und Amy enthüllt den ganzen Plan. Als Eggman den Plan allerdings beleidigt, springt Sonic ein, verteidigt Amy und provoziert Eggman zurück, bis dieser den blauen Igel mit seinen Robotern angreift und seine Motivation wieder hat.


Fazit

EggBoob1Was für eine seltsame Episode. Sie ist nicht unbedingt schlecht oder gut, aber sie verschenkt viel Potential, am meisten mit dem Storyaufbau.
Die Folge besteht essentiell aus zwei Segmenten: Dem Teil, in dem sich Eggman von dem Adler motivieren lässt, und der, in dem Eggman nur faul herumliegt und Sonic sich langweilt, Freunde belästigt und paranoid wird. Während die beiden Teile durch ihre sehr ähnlichen Themen ansich recht gut koexistieren können, fühlen sich doch beide Teile nicht voll ausgenutzt an. Das geht soweit, dass man den Adlerteil hätte komplett rausstreichen können, ohne, dass es irgendein Loch in der Handlung gegeben hätte. Das heißt nicht, dass dieser Teil nicht ohne seine Gags ist, aber es lässt einfach die nagende Frage zurück, wie diese Episode wohl geendet hätte, wenn beide dieser Stories eine vollständige 11minütige Laufzeit gewidmet bekommen hätten. Denn dadurch, dass sich diese Abschnitte nur je 5 Minuten spendiert bekommen haben, fühlt sich der Adlerabschnitt, wie gesagt, im Gesamtbild recht sinnlos und eingeschoben an, während der Abschnitt mit Sonic’s Paranoia viel zu schnell abgehandelt wird und sich deshalb recht gehetzt anfühlt, was besonders beim völlig abrupten Ende auffällt. Dadurch hätten wir vielleicht eine sehr amüsante Eggmotivations Episode und eine eher charakterfokusierte „Sonic vermisst Eggman“ Folge bekommen können, die die jeweiligen Szenarien aufs vollste auskosten – letztendlich bekommen nur eine Episode, die immernoch in Ordnung ist, aber durch diesen Mischmasch leider an Potential verliert.

SticksSeltsam auffallend ist auch Sticks‘ Auftreten: Sie ist für einen Großteil der Episode beim Hauptcast mit von der Partie, hat aber keinerlei Dialog oder macht auch nur einen Pieps. Sie wirkt einfach nur in die Folge gezwungen, ganz nach der Art „Sie ist ein Hauptcharakter, also schieben wir sie als Hintergrundcharakter im Vordergrund einfach in die Episode!“. Das ist nicht unbedingt ein Kritikpunkt, aber es fällt einfach seltsam auf, dass sie so viel Zeit auf dem Bildschirm bekommt, aber rein garnichts zum Geschehen beiträgt, sie so ruhig zu sehen ist sogar mehr als uncharakteristisch. Dabei hätte sie gerade in dieser Episode einen Platz gehabt: Sonic wird durch Eggmans Fehlen zunehmend paranoider – die wohl penetranteste Charaktereigenschaft der Dachsdame. Sie hätte hier auf Sonic abspielen können, ihre Paranoia hätte in diesem Kontext sogar einen Sinn innerhalb der Geschichte gehabt, nicht wie so in vielen anderen Geschichten, in der die Paranoia einfach reingeschoben wird, hätte sie zusammen mit Sonic für Humor sorgen können. Aber anstatt diese relativ einmalige Gelegenheit am Schopfe zu packen, wird sie stumm gelassen und erneut Potential verschwendet. Sehr schade.

SoarEggTrotz alldem hat „Aim Low“ natürlich noch einige coole Momente: Knuckes, der liebevoll ein Vogelhäuschen aufhängen will und am Boden zerstört ist, als Sonic es (aus Versehen) ruiniert, oder eben die ganze Situation mit Sonic, der Eggman braucht, um sich selbst auszugleichen, sind echt nett anzusehen. An dieser Stelle kann auch die deutsche Synchro wieder gelobt werden, denn Marc Stachel macht den Eggman-ausgehungerten Igel echt wirklich gut. Auch den ein oder anderen guten Gag hat die Folge, wie zum Beispiel die Tatsache, dass der Adler anpreist, dass durch ihn die Motivation wie ein Adler fliegen wird, aber selber ein Jetpack braucht, um sich vom Boden zu heben, oder der etwas seltsame, aber dennoch unterhaltsame Sandgag mit Tails‘ Flugzeug. Hier muss man die deutsche Variante aber wiederum kritisieren – der „Don’t you think?“ – „I try not to.“ Gag mit Amy und Knuckles verliert durch die „Findest du nicht?“ Übersetzung jeglichen Sinn.

SonicBoredMir ist bewusst, dass ich in diesem Review mehr darüber geschrieben hätte, was man hätte machen können, als darüber, was die Episode wirklich gemacht hat, aber das liegt daran, dass nichts wirklich herausragt. „Aim Low“ ist einfach eine Folge, deren Potential zwar bei weitem nicht ausgenutzt wurde, aber dennoch durchweg in Ordnung ist, es gibt keine grandiosen Gags oder grauenhafte Plotelemente, die die Episode massiv verbessern und herunterziehen, einfach eine Durchschnittsepisode, die nicht die Höhen erreicht, die sie vielleicht hätte erreichen können.


Nächste Folge:

Nächste Woche lautet die Episode „How to Succeed in Evil without really trying“. Klingt wieder Eggman lastig, und zwar mit zurückgewonnener Motivation! Mal sehen, ob er da wieder für ne Menge Lacher sorgt.

Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

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  1. Samba vor 1 Jahr | Antworten
    Muss dir bei der Sache mit Sticks wirklich zustimmen. Hier hätte sie ausnahmsweise mal wirklich gut gepasst, aber irgendwie hat man hier wieder eine die Chance verpasst, Sticks mal wirklich zu nutzen. Ich frage mich langsam wirklich, wo der Sinn hinter diesem neuen Charakter ist. Sie wird weder in der Serie noch in den Spielen nicht wirklich genutzt, sie hat keine richtige Einführung bekommen, ihr Charakter ist sehr eindimensional und selbst ihr Design ist nicht sehr originell und praktisch 1 zu 1 von Marine abgeschaut.

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