Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom: „Alone again, unnaturally“ Episoden-Review

Serien-Sonntag! Dieses Mal reist Sonic in andere Existenzebenen – können seine Freunde ihn wieder in ihre Realität zurückretten?

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AloneBB


Inhalt

Sonic wacht im Schutt einer Wand auf dem Marktplatz auf, ohne zu wissen, was geschehen ist. Schlimmer noch: Es ist keine Menschenseele zu sehen. Schnell rast er zu seinem besten Kumpel Tails, um sich zu erkundigen, was passiert ist. Doch weder bei ihm, bei Amy oder im Mehburger ist irgendjemand aufzufinden. Sonic versucht, sich zurückzuerinnern, was geschehen ist: Tails versuchte Anhand ein paar Experimenten den schnellsten Igel der Welt noch schneller zu machen. Nach ein paar massiven Fehlschlägen gelingt das auch schließlich und Sonic erreicht mit Hilfe einer speziellen Weste ihm bisher unbekannte Geschwindigkeiten. Doch er kriegt nicht genug: Trotz der Warnungen seines Freundes verlangt er, dass die Maschine noch stärker aufgedreht wird – und wird so schnell, dass er in einer seperaten Existenzebene landet. Trotz dem offensichtlichen Problemverlauf beschuldigt Sonic seinen Erzfeind und beginnt genüsslich, seine Wohnung auseinanderzunehmen. Als sich Eggman nach einer Weile dann immernoch nicht zeigt, begibt sich Sonic auf den Weg zurück, wo Tails schließlich Kontakt mit ihm aufnehmen kann. Doch bevor die Gruppe an einer Problemlösung arbeiten kann, stößt Eggman hinzu und sorgt für Chaos. Der hat nämlich seine Überwachungskameras überprüft, die Situation erkannt und nutzt nun Sonics Abwesenheit aus, um das Dorf zu zerstören. Mit dem Schutz von Knuckles und den Kampfkünsten Amy und Sticks kann der Fuchs seinem Kumpel den Plan erklären und auch durchführen: Er zieht sich selber eine der Westen des Experiments an und reist in Sonics Ebene, um ihn dann wieder in die richtige mitzunehmen. Doch die Sache hat einen Haken. Das Gerät, das die Westen mit Energie versorgt, kann nicht zwei Personen gleichzeitig auf die benötigte Geschwindigkeit bringen. Das lässt sich Sonic nicht bieten. Mit aller Kraft prescht er nach vorne, kehrt um und reißt seinen Kumpel mit sich. Der Plan geht auf! Schnell macht Sonic die restlichen Badniks zu Schrott, lässt Eggman seinen Rückzieher machen und beschließt dann freudig, mit seinen Freunden im Mehburger die geglückte Aktion zu feiern.


Rezension

LampenStupsHauptaugenmerk dieses Mal ist unser blauer Lieblingsigel selbst. Der kann dieses Mal mit einigen nennenswerten Momenten auffahren. Da wäre zum Beispiel die unendliche Ignoranz gegenüber Warnungen von anderen und seinen eigenen Fehlern, die ihn dieses Mal noch überheblicher als sonst, aber auf eine unterhaltsame Art, erscheinen lassen. Hier hilft Roger Craig Smiths Performance, der die Waage zwischen „unerträglich großkotzig“ und „doch noch liebenswert“ gut halten kann. Kleines Highlight hierbei ist wohl, mit was für einem genüsslichen Grinsen der Igel Eggmans Lampe mit einem Fingerstupser umstößt – eine sehr kurze, aber witzige Aktion. Dazu kommen noch Sonic im Geschwindigkeitsrausch, dessen riesiger Enthusiasmus auch wieder schön von der Synchro unterstrichen wird, und der niedliche Moment am Ende der Episode, als er sich darüber äußert, wie froh er ist, dass ihm sein bester Freund immer zur Seite stand. Und für alle SonAmy Fans gibt es noch einen Moment, an dem Sonic erleichtert ist, Amy und Tails nicht zusammen in ihrer Wohnung zu erwischen… eine ziemlich bizarre SonAmy Stelle, aber sie ist da.

CrazySticksAloneEpisodeAuch die anderen Charaktere haben den ein oder anderen netten Moment. Eggman, der panisch durch sein Versteck rennt und hinter dem Sofa kauert, weil er meint, ein Geist würde ihn heimsuchen, ist wohl der Größte davon. Tails wiederum hat, trotz seines echt hohen Fokus im Plot, eine relativ schmale Bandbreite an besonderen Momenten, da er für einen Großteil der Folge nur mit Problemlösen beschäftigt ist. Nennenswert ist hier vielleicht höchstens die Präsentation seiner neuesten Erfindung: Voller Stolz hebt er sie in die Höhe – und erntet nur einen laschen Höflichkeitsapplaus von seinen Freunden, was ihn ziemlich genervt zurücklässt. Sticks darf wieder irre sein und austicken, als Sonic verschwindet, aber Sekunden später wieder aufkreuzen und freudig Anspruch auf sein Mobiliar erheben. Unterstrichen wird das ganze durch schöne, lebendige Animationen, die die sonst nicht wirklich witzigen Ausbrüche des Wildfangs aufpolieren (aber nicht ganz für die ohrenschmerzende Kreischerei entschädigen). Schön ist auch wieder die Gruppendynamik: Es ist einfach putzig, wie Knuckles sich schützend um Tails stellt, damit der kleine Tüftler mitten im Robotergefecht in Ruhe seine Erfindung reparieren kann.

EggpanicBeim Lesen der oberen beiden Abschnitte wird manchem vielleicht aufgefallen sein, wie sehr die Charaktere teils von ihrer Grundcharakterisierung abweichen. Sonic war schon immer uneinsichtig, ist hier, was den Ursprung seines Dilemmas angeht, aber besonders ignorant, Tails nimmt, ohne mit der Wimper zu zucken, gebrochene Rippen seines besten Freundes für die Wissenschaft in Kauf und Eggman lässt seinen Bezug zu ebendieser für Geisterspekulation fallen – alles der Witze wegen. Das ist für Boom zwar nicht ungewöhnlich (Überspitzung und Subvertierung von Erwartungen gehören regelmäßig zum Gagarsenal), wurden bisher aber gut balanciert. In dieser Episode fühlen sich diese Art von Gags aber besonders extrem an und könnten so manch einen Zuschauer eher irritiert darüber zurücklassen, was da mit seinem Lieblingscharakter passiert ist, als ihn unterhalten.

SlapstickSonicIn Sachen Humor kann die Episode einige Witze präsentieren. Zu Beginn der Folge gibt es beispielsweise ein paar witzige Slapstickeinlagen zu sehen, die mit der besseren Modell- und Animationsqualität gegenüber Staffel Eins auch um einiges besser funktionieren. Ein großer Teil des Humors kommt allerdings, wie bereits erwähnt, von den genannten Charakterinteraktonen und -momenten zustande. Sticks und die Möbel, das sehr unbeeindruckte Klatschen der Truppe, Eggman und der Geist – und natürlich Großkotz Sonic schieben Doppelschicht als ziemlich gut gelungene Scherze oder einfach lustige Augenblicke – sofern man über die extremen Interpretationen der Charaktere hinwegsehen kann. Ansonsten gibt es auch abseits davon wirklich gute Gags: Zum einen Knuckles Missinterpretation von Sonics „Go“, die besonders durch die Überraschung punkten kann, oder Sonics Verlangen nach mehr Saft für Tails Erfindung – der dann wirklich an einem Saftkarton nuckelt. Und dann wäre da noch der Begriff „Blast Processing“ für die hohe Geschwindigkeit von Sonics. Früher in amerikanischen Werbespots zur Bewerbung des besseres Prozessors des Mega Drives bewundert, wird die Phrase hier von Sticks als abgedroschenes Schlagwort bezeichnet – und trifft den Nagel auf den Kopf.


Fazit

SonicTailsFriendsWie sehr man „Alone again, unnaturally“ genießen kann, wird allein davon abhängen, wie sehr man die vorgestellten Charakterinteraktionen tolerieren kann. Wer mit extremen Charakterisierungen seiner Lieblingscharaktere, die Pointen über Authentizität prioritisiert, handhaben kann, wird einiges zum Lachen haben und unterhaltsame Momente vorfinden, für alle anderen bleiben ein paar wirklich unterhaltsame Gag und ein paar wenige nette Charaktermomente übrig, die die gemischten Gefühle aber wohl nicht komplett wegspülen werden können.


Nächste Folge:
Sonic bekommt einen neuen Fanboy, der ihm permanent auf die Pelle rückt – geht das auf Dauer gut?
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Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

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