Sonic Boom (Serie)

Von - - Serien-Reviews

Sonic Boom: „Grün vor Neid“ Episoden-Review

OT: „Blue with Envy“ – Serien-Sonnittwoch: Ein neuer Rivale kommt ins Dorf und will Sonic ausstechen – wie das wohl ausgeht?

<<

EnvyBB


Inhalt

Als Sonic und seine Freunde in der Burgerbude eine Mahlzeit genießen, rast plötzlich eine Spitzmaus namens Swifty auf seinem Skateboard hinein und beeindruckt sogleich die ganze Dorfgemeinde mit seinen Tricks – außer Sonic. Plötzlich ist ein Baby in Gefahr! Schnell eilen sowohl Sonic als auch Swifty zur Rettung – letzterer sabotiert den blauen Igel, sodass dieser keine Chance hat, rettet das Baby und ist nun endgültig der Held der Dorfbewohner. Genervt geht er zu seinen Freunden, die allerdings auch nur von Swifty schwärmen bzw. sogar mit ihm rumhängen. Sonic platzt der Kragen und stellt Swifty zur Rede, doch der prahlt erneut nur herum und fordert den blauen Raser zu einem Wettrennen heraus, bei dem der Verlierer das Dorf verlassen muss. Sonic willigt natürlich ein und verlässt Tails‘ Haus. Als Swifty dann über Sonic herzieht, haben die Freunde endgültig die Schnauze voll und schmeißen die Spitzmaus raus. Später findet das besagte Rennen statt – doch so schnell Sonic auch ist und so oft er seinen Rivalen überholt, Swifty ist komischerweise immer vorne und gewinnt, sodass der blaue Igel postwendend aus dem Dorf verbannt wird. Sofort danach schneit Eggman herein und enthüllt seinen Plan: Der grüne Nager war kein Einzelgänger, sondern eine ganze Armee an Robotern, die rein darauf aus waren, Sonic aus dem Dorf zu vertreiben, damit er selbst freie Bahn hat und auf dem Dorf einen Freizeitpark bauen kann. Sofort eilen die Freunde zum Bürgermeister, damit er Sonic wieder „entbannen“ kann, und nach einer gehetzten Bürokratierunde hat der Igel wieder freie Bahn, kann ins Dorf zurück und alle Swiftys genüsslich zermalmen.


Rezension

„Blue with Envy“ ist in Ordnung. Sie ist nicht besonders originell, witzg oder rührend, ist aber auch nicht grauenhaft schlecht. Passabel eben.

SwiftSonicWer die Episode gesehen und/oder die Beschreibung oben durchgelesen hat und sich auch andere Cartoons anschaut, wird schnell feststellen, dass diese Geschichte keineswegs neu oder unverbraucht ist, sondern ständig in anderen (Zeichentrick-)Serien aufgegriffen wird. Während das natürlich die Episode nicht sofort schlecht macht, bleibt die Folge für die meiste Zeit trotzdem schrecklich vorhersehbar und damit ziemlich uninteressant. „Blue with Envy“ streut wenigstens kleine neue Gimmicks ein: Sonics Freunde halten relativ früh und nach nur kurzer ‚Blendungsphase“ wieder zu ihm, sobald Swifty persönlich gegen Sonic stänkert (oft wird das „tut uns Leid, dass wir von dem coolen neuen Typen geblendet waren“ erst am Ende als Moral eingesetzt), was eine gute, kluge Änderung ist. Auch das Gimmick, dass sich der Rivale als Roboter entpuppt, ist ne nette Innovation. Beides, so nett, wie die Änderungen auch sind, hält die Episode aber nicht davon ab, sich für große Abschnitte ziemlich abgedroschen, altbacken und dadurch öde anzufühlen.

KnuxWichDas alles wäre nicht zu übel, wenn die Episode mit Witzen und Gags vollgeladen wäre, aber nein, auch hier hält sich die Serie dieses Mal zurück und hat bis auf 1, 2 Lacher kaum einen guten Gag parat. Persönliches Highlight war Sonic, der Knuckles aus Eifersucht auf Amy und Swifty einen ganzen Burger ins Maul stopft, was im Kontext der Aktion wirklich witzig war, abseits davon gibt es aber kaum eine Humoreinlage, die wirklich im Gedächtnis bleibt. In der deutschen Version gibt es zudem noch Kontinuitätspatzer: Der Fisch aus „Märchenfee Sticksy“/My Fair Sticksy“ kehrt zurück – nur wurde dieses Mal der Gag wie im Original übersetzt, was natürlich die Frage stellt, wieso das beim ersten Mal nicht so ging, und einen kleinen Running Gag verdirbt, weil er eben im Deutschen nicht konsistent ist.

SwiftyangeberAuch in Sachen Charakterinteraktion ist diese Boom-Ausgabe nichts besonderes. Im Mittelpunkt steht hierbei natürlich der Neuzugang Swifty, der hier einen (wohl einmaligen) Auftritt hat. Besonders viel nennenswertes gibt es über ihn allerdings nichts – er ist eben der Klischee pseudocoole Typ, den alle cooler als den Protagonisten finden, bis er sich als Arsch/Hochstapler entpuppt. Das übliche eben. Heraus sticht höchstens seine Sprechweise: Diese hört sich an, als hätte jemand die schlimmsten 80er Wörter zusammengekratzt und sie ihm alle in seine Dialogzeilen gequetscht hat – es wird teilweise schon fremdschämig und nervig, die Rest der Zeit ist er aber, wie bereits erwähnt, nur der übliche Prahlhans. In der deutschen Synchronisation wirkt Swifty durch seinen ziemlich amateurhaften Sprecher noch gestellter, was ihm keinen Gefallen tut. Apropos Synchro: Ein paar Patzer fielen noch auf. So rennen einmal um die zehn Dorfbewohner schreiend durchs Bild, man hört aber nur 3 oder 4, an einer anderen Stelle holen die Bewohner sichtbar laut Luft, aber kein einziger Ton kommt heraus. Sowas sollte echt nicht sein.

TailsSwiftDer Rest der Truppe hat auch nicht viele strahlende Momente. Herausstechen tun nur zwei Momente. Einer davon ist der bereits angesprochene Moment mit Tails und Swifty, bei dem Tails zwar von den Fähigkeiten der Spitzmaus beeindruckt ist, aber sofort allen Respekt und Sympathie verliert, als er es auch nur wagt, seinen besten Freund durch den Dreck zu ziehen – schöner Moment, der die Bromance zwischen ihm und Sonic noch einmal schön ins Licht rückt. Moment Nr. 2 ist der verbannte Sonic, der verspielt an der Grenze Spaß damit hat, die Polizisten zu ärgern. Beides putzige Momente, vor allem der mit Tails (so etwas ist immer schön anzusehen), aber auch keine Überflieger. Eine weitere nette Nennung ist die Tatsache, dass Eggman auch hier gerne einen Vergnügungspark bauen möchte, wie er es auch in der Hauptreihe des öfteren plant.


Fazit

YaaayVieles in dieser Rezension klang jetzt vielleicht negativ, aber alles in allem fand ich die Episode okay. Sie hatte kaum hervorstehende Merkmale, aber es gab auch keine Momente, die zum Haareraufen waren, nichts richtig gutes, aber schlechtes gab es auch nicht wirklich. Einfach Durchschnittskost eben. Fans, die mit dem „Der coole neue Typ kommt in die Stadt und stiehlt die Show des Helden“ Konzept noch nicht so viel Erfahrung haben, können der Episode eventuell eine Chance geben, für alle anderen gibt es kaum etwas, wofür sich das Einschalten lohnt.


Nächste Folge:

Morgen begegnet Sticks einem schielenden Elch und ist überzeugt, dass sie nun von einem Fluch getroffen wurde, den sie umgehend loswerden muss – was für abenteuerliche Aktionen die Truppe dabei erwartet und wie spaßig diese sind, könnt ihr dann im Review lesen!

Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort