Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom: „Wie wär’s mit Musical?“ Episoden-Review

OT: „Let’s Play Musical Friends“ – Serien-Sonntag: Orbot und Cubot müssen in eine neue Welt eindringen, um ihren Boss zu helfen. Ist das so aufregend, wie es klingt?

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Inhalt

Eggman hat beim Chatten einen neuen Freund gefunden, dem er nun seine Aufmerksamkeit schenkt. Orbot und Cubot, die bereits vorher nicht wie das Gelbe vom Ei behandelt wurden, fühlen sich nun vollends ungeliebt und beschließen, sich neue Freunde zu suchen. Als sie jedoch bei Sonic und seinen Freunden ankommen, sind diese schnell von der seltsamen Art der beiden irritiert und suchen das Weite – nur Tails ist gnädig und lässt die beiden immerhin ein Videospiel auf seinem Laptop spielen. Der hat jedoch einen Virus, der ihnen einen Blick in die Festung gewährt, wo Eggmans angeblicher Kumpel einen Plan kopiert, mit dem er Kontrolle über seine Roboter erlangen kann. Die zwei Gehilfen wollen helfen, doch es ist bereits zu spät – sein Freund, der sich als das Virus selbst entpuppt, jagt die drei mit den eigenen Robotern des Docs aus der Festung. Verzweifelt suchen sie Hilfe bei Sonic und Co. Tails hat sofort eine Idee: In Eggmans PC einhacken und den Virus dann zu eliminieren! Um durch die Firewall, die Eggmans Basis schützt, durchbrechen zu können, brauchen sie allerdings künstliche Intelligenz – zum Glück sind Orbot und Cubot mit von der Partie! Die zwei Roboter betreten die virtuelle Welt und können nach einigen Hindernissen endlich zum Virus vorstoßen. Doch anstatt zu kämpfen, spielen die beiden „Stein, Donut, Donnerstag“ gegeneinander, dass nach so abstrusen Regeln funktioniert, dass die künstliche Intelligenz des Virus‘ explodiert und Eggmans Basis wieder ihm gehört.


Fazit

SonicSavesEggiIm Mittelpunkt stehen zum zweiten Mal Orbot und Cubot. Am Anfang der Episode ziehen die beiden zur Suche nach neuen Freunden los. Was anfangs den Eindruck erwirkt, eine herzerwärmende Story werden zu können, die die Beziehung zwischen Meister und Geschöpfen erweitert und zudem neue Dynamiken und interessante Charakterinteraktionen kreieren hätte können, wird nach wenigen Minuten bereits zu etwas ganz anderem. Selbst der Titel „Let’s Play Musical Buddies“ ist eine Anspielung auf diese Art Plot; gemeint ist hierbei das Spiel Musical Chairs (bei uns geläufig als ‚Reise nach Jerusalem‘), bei dem man so schnell wie möglich einen Stuhl bzw. in diesem Fall Freunde erhaschen muss (ein Wortspiel, dass die deutsche Übersetzung völlig missversteht und der Episode daher einen völlig sinnfreien Titel gibt). Diese Art Plot läuft aber ins Nichts, stattdessen wird die Folge wieder zu einer „Eggman wurde ausgetrickst und braucht Sonics Hilfe“ Episode. Das macht die Folge selbst natürlich nicht schlecht. Verglichen mit anderen Episoden ist der Hilfsanteil von Sonic und Co. recht klein (außer Tails helfen alle auf eine eher passive Art, und selbst Tails‘ Rolle ist recht schmal), wodurch die Episode nicht ganz so stark in das Muster fällt, und die Richtung, die die Episode einschlägt, bringt neue Aspekte auf den Tisch, die es sonst nicht gegeben hätte. Alleine gewertet tut der Plot der Episode natürlich keinen Abbruch und ist noch vollkommen funktionsfähig, im Anbetracht der ganzen Reihe brennt sich jedoch langsam aber sicher eine Vorhersehbarkeit und damit Monotonie ein, die für viele Langzeitzuseher den Unterhaltungswert der Serie abschmälern könnte und deshalb nicht unerwähnt bleiben sollte – das aber nur am Rande.

VirusJenseits dieses Punktes ist der Plot allerdings größtenteils solide und hat einige nette Momente. Besonders sticht hier natürlich die allgemeine Lösung des Hackingproblems ins Auge, dass kreativ durch das Videospielsetting gelöst wurde, auch, wenn es nicht 100% rund läuft (dazu später mehr). Einen personifizierten Virus als Gegner zu haben war ebenfalls eine echt coole Idee. Das Finale, in dem die Roboterschergen mit Hilfe ihres völlig unlogischen Spiels die künstliche Intelligenz verwirren und auslöschen, ist ebenfalls eine tolle Idee, jedoch fand ich das Spiel, das anfangs noch charmant ulkig war, in eben jenem Finale etwas zu sehr auf random getrimmt. Seltsam ist die Integration des Elements, dass Orbot und Cubot in der virtuellen Welt technische Geräte aus der realen Welt beeinflussen können. Als Konzept ist das eine gute Idee und hat eine Menge Potential – letzteres wird so gut wie überhaupt nicht genutzt, höchstens ein wenig angekratzt. Alles, was bleibt, ist eine Reihe recht belangloser Momente, in dem die beiden unwissentlich reale Objekte steuern, was aber letztendlich konsequenzlos bleibt und sich etwas unnötig anfühlt. Wieso der Virus auf einmal Tails‘ Laptop befällt und einen Einblick in die Machenschaften des Bösewichts gewährt, wirkt auch ziemlich wie eine Deus Ex Machina. Davon abgesehen hat die Folge trotz ihres Plotfokus auch ein paar nette Gags und Charaktermomente, bei denen allerdings vor allem das Ende heraussticht, in dem Sonic und Eggman ihren nächsten Kampf mit Hilfe ihrer Kalender in die Woche einplanen und der Rivalität wieder eine wunderbare, witzige Gelassenheit gibt.

PixOrbCubDie Videospielanspielungen, die in dieser Folge auftauchen, sind auch eher gemischt: Die in der ‚echten‘ Welt sind rar gesät. aber richtig lustig; allen voran geht dabei die herrliche Selbstironie, als Cubot meint, dass ein Spiel, wo man nur rennt und Ringe sammelt, grauenhaft klingt. In der virtuellen Welt wird es da schon schwammiger. Auffallend ist hier der Retrofilter, der über das Geschehen gelegt wird. Während dieser nicht grausig ausfällt und seine Arbeit tut, so wirkt die 17bit Aussage von Cubot schon fast wie eine Ausrede – insgesamt muss man aber doch sagen, dass der Retroeffekt doch recht gut gemacht wurde, auch, wenn er das 16 bit Feeling nicht ganz trifft. Ebenfalls wackelig sind die Gags innerhalb eben jener 17bit Welt: So macht Cubot zwei Anspielungen auf andere Videospiele, namentlich Super Mario Bros und den Konamicode. So nett es auch ist, diese Anspielungen zu hören, so wirken sie (trotz des Story-Nutzens, den der Konamicode hat) doch etwas aufgesetzt – eben als Anspielung der Anspielung willen und nicht als gut integrierter Gag.

Zur deutschen Version gibt es ansich nicht viel anzumerken; nur an einer Stelle benennt Orbot Eggmans Roboter, als er sich verabschiedet, mit teilweise recht plump klingenden Roboternamen, anstatt die offiziellen Badniknamen zu verwenden. Das ist zum einen schade und zum anderen verwunderlich, da in der Zirkusepisode noch von „Motobugs“ die Rede war. Aber das macht den Bock auch nicht fett, eine Anmerkung war es aber wert.

„Let’s play Musical Friends“ ist eine gemischte Episode. Sie hat einige zweifelhafte Elemente, die sie etwas herunterziehen, keiner davon ist aber so gravierend, dass die Episode schlecht wird, gleichzeitig hat sie auch kaum großartige Gags, die sie auf der Skala in die Höhe treiben. Insgesamt eben Durchschnittskost, in die man hineinschnuppern kann, wenn man möchte, aber auch nichts verpasst, wenn man sie auslässt.


Nächste Folge:

Nächste Woche geht es um „Late Fees“, also späte Gebühren…Muss da jemand seine Schulden begleichen und hat mir hohen Zinsen zu rechnen, die es abzuzahlen gilt? Alles nur Spekulation – nächste Woche wissen wir mehr!

Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

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