Sonic the Hedgehog (IDW)

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IDWs Sonic the Hedgehog # 22 Review

Comic-Mittwoch: Während Tails ein Heilmittel für die Zombot-Krise sucht, halten Amy und die Chaotix im HQ des Wiederaufbaus die Stellung. Doch unerwartet bahnt sich eine verheerende Katastrophe für die Überlebenden an…

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Inhalt

Die zweite Ausgabe des aktuellen Dreiteilers rund um die verheerende Zombot-Krise wechselt den Blickpunkt: Zeitgleich während Tails in Central City wie in der letzten Ausgabe miterlebt an einem Heilmittel forscht und Sonic in der nächsten Ausgabe auf einen wohlbekannten Widersacher stoßt, überprüft Anführerin Amy im Hauptquartier des Wiederaufbaus die aktuelle Lage. Das fleißige Igelmädchen koordiniert die aktuellen Rettungsmissionen und wirkt sichtlich überarbeitet, doch glücklicherweise kann ihre Freundin Cream mit ein wenig Tee, Keksen und gut gemeinten Worten die miese Laune etwas erhellen.

Wir springen kurz nach Lost Hex, wo uns ein paar alte Bekannte erwarten: Zavok versammelt nach dem großzügigen Angebot von Dr. Starline seine Zeti-Truppe. Doch anstelle wie vereinbart die außer Kontrolle geratenen Zombots zu kontrollieren, hegen die Schrecklichen Sechs andere Pläne: Dr. Eggman soll für seine Taten bestraft und Sonic sowie seine Welt sollen vernichtet werden!

Cream schaut zwischenzeitlich in den Räumlichkeiten für die Evakuierten vorbei, wo dank Platzmangel bereits heftiges Gedränge herrscht. Doch ein weiterer Konflikt erhitzt die Gemüter: Vector und Espio kommen gerade von einer Mission zurück und haben ihren ehemaligen Gefährten Charmy im Gepäck, sicher eingesperrt in einer Item-Kapsel. Doch Roboter Gemerl hat verständlicherweise starke Einwände dagegen, einen Zombot in die Basis zu bringen. Die gutmütige Cream jedoch setzt sich für die Chaotix ein und kann ihren Beschützer schließlich überzeugen, die infizierte Biene vorerst im HQ zu behalten.

Etwas abseits unterhalten sich zwei Überlebende gerade über ihre Herkunft, doch einer der beiden, ein Affe, hat sich einen verhüllenden Mantel umgelegt und wirkt relativ kränklich. Nur ein Schnupfen? Leider nein, die Krankheit lautet Zombot-Infektion! Die Verwandlung ist wenige Sekunden später komplett, und nun befindet sich ein hochgiftiges Metallschleim-Monster mitten im Getümmel. Vollkommenes Chaos bricht sofort aus, das dafür sorgt, dass der Behälter von Charmy zu allem Überfluss auch noch in Einzelteile zerbricht.

Unter diesen fatalen Umständen dauert es nicht lange, bis schließlich der ganze Raum an Überlebenden dem Virus zum Opfer fällt. Amy realisiert schnell die Lage, ordnet eine sofortige Evakuierung an und bittet Gemerl nach rascher Diskussion, die Flucht zu unterstützen, während sie für ihn nach der in der Menge verschwundenen Cream sucht. Sie entdeckt ihre Gefährtin bei ihrer Mutter Vanilla, die ebenfalls bereits angesteckt wurde und verzweifelt fleht, dass ihre Tochter in Sicherheit gebracht wird. Mutig stürzt sich das schlagfertige Igelmädchen in die Zombot-Menge, schnappt sich Cream und entkommt sicher mit ihr dank ihrem treuen Piko-Hammer.

Gemerl und Vector verschließen anschließend gemeinsam die massive Sicherheitstür, um die Zombie-Horde fürs Erste im HQ zu versiegeln. Jedoch, Charmy ist flinker und schafft es durch den letzten Spalt zu flattern – die endgültige Katastrophe wird jedoch dank Vector verhindert, der sich in einem Akt der Selbstopferung auf seinen früheren Gefährten stürzt und ihn festhält. Nun ebenfalls kurz davor in einen willenlosen Zombot verwandelt zu werden, spaziert das Krokodil freiwillig durch die Tür zurück in die Basis, um in seinen letzten Sekunden bei Verstand zumindest ein wenig Zeit für die Flüchtenden zu erkaufen. Jetzt ist von den Chaotix nur mehr Espio übrig, der lediglich hilflos dabei zusehen kann, wie das Tor hinter seinem Freund und Mitstreiter ins Schloss kracht.

Doch trotz all der Trauer ist den Helden keine Pause vergönnt: Sie fliegen mit einem Shuttle rasch los nach Central City und überbringen dort Tails, Tangle und Whisper die Hiobsbotschaft. Der Wiederaufbau ist gefallen und auch der junge Fuchs hat all seine Forschungsdaten für das Heilmittel verloren. Die letzte Hoffnung verbleibt nun bei Sonic, dessen Messgerät womöglich noch die Rettung bringen könnte. Jedoch, der blaue Igel trifft in der nächsten Ausgabe unverhofft auf den Hauptverantwortlichen der aktuellen Krise…

Fazit

Nun, das ist schnell eskaliert. Nach einer halbwegs entspannten Ausgangssituation ist kurz darauf so ziemlich alles den Bach runter gegangen: Zahlreiche Evakuierte sind nach erfolgreicher Flucht doch noch dem Virus zum Opfer gefallen, Sonic und seine Freunde haben ihren Hauptstützpunkt und einen der letzten sicheren Rückzugsorte verloren und schließlich wurden zwei weitere wertvolle Gefährten zu einem Teil von Eggmans willenloser Armee verwandelt. Zusammenfassend gesehen: Absolut kein guter Tag für die Helden.

Cover A

Dabei hat alles so schön angefangen: Die aktuelle Ausgabe startet mit einem reizenden Charaktermoment zwischen Amy und Cream, in welchem das junge Hasenmädchen erklärt, warum sie trotz all dieser grausamen Ereignisse und Verluste nicht die Hoffnung verliert und weiterhin an ihre Freundin und alle anderen Helden glaubt. Damit motiviert sie auch eine sichtlich zermürbte Amy und gibt ihr neuen Elan, die große Krise zu bewältigen. Dann kommt eine weitere freudige Szene: Vector und Espio haben ihren verlorenen Gefährten Charmy gefunden und eingefangen, damit er als Erstes von einem potentiellen Heilmittel profitieren und gerettet werden kann. Eine nette Idee von den zwei verbleibenden Chaotix, die aber natürlich mit einem großen Restrisiko verbunden war – bricht Zombot-Charmy aus, geht richtig die Post ab. Genau das befürchtet auch Gemerl, der erst nach gutem Zureden von Cream locker lässt, wenn auch mit bleibender Restsorge.

Anfangs wurde mit dieser Szene durchaus die Vermutung geweckt, dass Gemerls Furcht bestätigt wird und Charmys Anwesenheit den Grund für den in der letzten Ausgabe angekündigten Fall des Wiederaufbaus darstellen könnte, auf den man als Leser bereits mit ungutem Gefühl im Magen gewartet hat. Doch Pustekuchen, ein gewöhnlicher Überlebender, der mit seiner Infizierung unentdeckt ins Innere der Basis schlüpfen konnte, war überraschend der Auslöser für das folgende Chaos – wenn auch die Tatsache, dass dank dem folgenden Ausbruch der Biene gleich zwei Zombots auf die Masse losgehen konnten, sicher nicht geholfen hat.

Die Motivation des Äffchens, alle Umstehenden mit seiner simplen Anwesenheit zu gefährden: Er wollte in seinem letzten Moment nicht alleine sein. Man kommt trotz seiner Rücksichtslosigkeit nicht ganz umhin mit dem armen Kerl mitzufühlen, wenn man sich etwas in seine Lage hinein versetzt. Letztendlich ein schauriger Ansatz, der auch in diversen Horror-Medien oft zum Zug kommt: Der Grund für die Eskalation war letztendlich nicht Bosheit oder ein fieser Plan der Gegenseite, sondern die pure menschliche Emotion der Angst, die letztendlich zu einer fatalen Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen geführt hatte.

Cover B

Gerade im späten Verlauf spielt die Ausgabe durchaus mit den Emotionen der Fans. Zu sehen wie eine bereits infizierte Vanilla verzweifelt um die Rettung ihrer Tochter bittet, und natürlich die panische Reaktion von Cream als sie auch noch ihre Mutter vor ihren Augen an den Zombot-Virus verliert, war bereits ein übler Anblick – das arme Hasenmädchen macht in der aktuellen Storyline wirklich ordentlich was mit, puh. Jedoch, Amy zeigt in dieser Szene auch besonderen Heldenmut, als sie sich mit Hammer bewaffnet in die erbitterte Zombot-Menge stürzt, um ihre ängstliche Gefährtin erfolgreich in Sicherheit zu bringen.

Am Ende folgt dann schließlich der nächste Schlamassel, als Vector gezwungen wird sich selbst zu opfern um die restlichen Flüchtenden zu retten und dabei keine Sekunde zögert. Ebenfalls ein großer Heldenmoment für das gutmütige Krokodil und definitiv ein Highlight dieser Ausgabe, mit dem bittersüßen Beigeschmack, dass Vector zwar Schlimmeres verhindern konnte, aber er nun zurückbleiben muss und unausweichlich ebenfalls zum Zombot mutieren wird. Speziell Espios ungläubige Reaktion auf den Verlust eines weiteren Freundes, als er einfach nur kniend und wortlos zusehen kann wie die zufallende Tür seinen infizierten Boss zusammen mit den anderen Monstern einschließt, stellt durchaus einen Tritt in den Magen für Fans der Chaotix dar.

Alles in allem eine sehr gelungene, extrem dunkle und emotionale Ausgabe. Sie hält sich kein Blatt vor dem Mund wenn es darum geht, eine erbitterte, chaotische Situation angemessen zur Schau zu stellen – Kinderfreundlichkeit hin oder her, ein paar der Szenen haben durchaus das Potential, jüngeren Semestern ein paar Albträume zu bescheren. Die Zombot-Krise ist gefährlich, die Implikationen sind schaurig und der Virus macht nach wie vor auch vor beliebten Fan-Favoriten keinen Halt, er greift sich nach und nach weitere wohlbekannte Opfer aus Sonics großem Freundeskreis. Damit wird für angemessene Spannung für eine derartig weltumspannende Katastrophe gesorgt, die Helden sehen sich mit einer laufend schlechter werdenden Situation konfrontiert, nun da Heilmittel als auch primärer Rückzugsort verloren scheinen. Erneut bleibt die aufregende Frage die man sich schon viele Ausgaben lang stellt: Wie können Sonic und seine verbleibenden Mitstreiter diese Krise bloß lösen – speziell jetzt, wo zusätzlich noch die Schrecklichen Sechs ins Spiel kommen, die aus purer Rache mithilfe des Virus sogar noch dunklere Pläne als Dr. Eggman selbst hegen?

Eine kleine Besonderheit bleibt aber noch: Wo zum Geier haben sie Big the Cat versteckt? In einem Panel am Anfang wird nämlich mit einer „Froggy, wo bist du?“-Line aus der Menge sehr stark impliziert, dass der gemütliche Kater ebenfalls Teil der Evakuierten darstellt – doch man sieht ihn die ganze Ausgabe kein einziges Mal. Gemessen an seiner Popularität in den Fankreisen ist es etwas seltsam, nur diese eine kleine Anspielung von ihm bekommen zu haben. Womöglich war ursprünglich mehr mit ihm geplant und letztendlich hat es aus Platzgründen nicht geklappt, aber man wollte seinen Fans zumindest einen kleinen Knochen zuwerfen? Wer weiß, aber eines ist wohl klar: Da Big auch am Ende nicht bei den Geflohenen mit dabei zu sein scheint, ist wohl auch er inzwischen Zombot-Futter, upps.

Und noch ein kleines Tidbit zum Schluss: Es handelt sich hier um die erste Hauptausgabe des Sonic-Comics, in welcher besagter Titelheld tatsächlich nicht vorkommt.

Cover RI

In der letzten Ausgabe noch Teil eines Viererteams, darf Priscilla Tramontano diesmal im Alleingang zeigen, was sie am Zeichenpinsel drauf hat. Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen – ihre Arbeit überzeugt in dieser Ausgabe auf ganzer Linie, ganz egal ob Charaktere oder Hintergründe. Die Emotionen der einzelnen Protagonisten passen durchgehend zur Situation und speziell im späteren Verlauf wird das Zombot-Chaos im Inneren der Basis erbittert und klaustrophobisch zur Schau gestellt. Besonders gefallen haben mir jedoch auch die Blicke zwischendurch in die Menge der Flüchtenden – zahlreiche toll designte und individuell aussehende Charaktere sind im Getümmel mit dabei. Man kann die große Mühe deutlich erkennen, die sie selbst in beiläufige Hintergrundfiguren gesteckt hat, die man teilweise nur in einem einzigen Panel sieht. Rundum solide Arbeit!

In Cover A von Ryan Jampole ist Wiederaufbau-Anführerin Amy auf einem Bildschirm ihres Hauptrechners konzentriert, während wilde Zombots bereits in den Raum zu strömen drohen, die von den weiteren Protagonisten zurückgehalten werden. Ein nettes Cover, etwas missfällt mir jedoch die leicht simple Charakterzeichnung, die einzelnen Figuren kommen in meinen Augen etwas detailarm und flach rüber.
Diana Skelly setzt in Cover B derweil auf einen besonderen Gruselfaktor: Größtenteils in schwarz-weiß gehalten, genießen die Charaktere freudig leckere Kekse. Alles scheint idyllisch, wäre da als düsterer Vorbote auf kommende Ereignisse nicht eine tatsächlich eingefärbte Silhouette in ihrer Mitte. Ein sehr schauriger und wundervoll gezeichneter Anblick, man merkt bereits an diesem Titelbild, dass irgendetwas an der Geschichte im Inneren ganz und gar nicht in Ordnung ist.
In eine ganz andere Richtung geht derweil das Cover RI von – erraten! – Nathalie Fourdraine. Die aktuelle Ausgabe kam nämlich passend um Halloween heraus, also werden die Sonic und seine Gefährten in ein paar putzige Kostüme passend zum Anlass gesteckt. Ein paar dieser Verkleidungen stammen sogar tatsächlich aus den aktuellen Mobile-Spielen der Reihe, ein paar andere sind derweil kreative Anspielungen, wie Werehog-Sonic oder Nights-Silver. Ein sehr spaßiger Anblick, vielleicht nicht ganz passend zur Geschichte im Inneren, aber für ein festliches Alternativ-Cover drückt man in der Hinsicht gerne ein Auge zu.

Nächste Ausgabe:

Ein Klassiker steht an: Sonic gegen Dr. Eggman! Während seines Testlaufes trifft der blaue Igel in Barricade Town auf seinen erbitterten Erzfeind, der dort zusammen mit seinem Gehilfen Dr. Starline zufällig ein paar Zombot-Tests durchführt. Ein weiterer Showdown zwischen den beiden ewigen Streithähnen entbrennt, den wir uns in der kommenden Ausgabe genauer ansehen werden.

Geschrieben von: DEV

Sonic-Fan mit Passion, mag besonders ein gewisses verrücktes Genie mit beeindruckendem Schnurrbart und Hang zur Welteroberung. Fan des Igels seit 2007, ganz egal ob Classic, Adventure, Modern oder Boom. Doch auch abseits der Spiele besteht ein großes Interesse besonders an den Comics, den TV-Serien und den unzähligen tollen Werken der kreativen Fanbase.

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