Sonic the Hedgehog (IDW)

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IDWs Sonic the Hedgehog # 28 Review

Comic-Mittwoch: Zwei Chaos Emeralds sind ergattert – fünf fehlen noch! Können die verzweifelten Helden sich im dritten Part des finalen Zombot-Vierteilers gegen weitere Mitglieder der Schrecklichen Sechs behaupten?

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Inhalt

Zomom und Zeena mussten letzte Ausgabe eine mächtige Niederlage einstecken, wodurch Sonic und seine Freunde nun über zwei zurückeroberte Chaos Emeralds verfügen. Doch zur gleichen Zeit werden einige weitere Kämpfe gegen die rachsüchtigen Bewohner von Lost Hex ausgetragen, das Schicksal des Planeten hängt also weiterhin am seidenen Faden. Gewinnen nämlich die Bösewichte im Sechserpack, droht der Erde eine vollständige Zerstörung durch den Zombot-Virus – um dieses trostlose Schicksal zu verhindern, werden alle von den Zeti unter Beschlag genommenen magischen Edelsteinchen gebraucht!

Der dritte Part von „All or Nothing“ beginnt mit einem erbitterten Schlagabtausch zwischen Silver und dem missmutigen Zor in Orchardville, doch eine gewisse Wächterin ist ebenfalls anwesend, hält sich jedoch im Hintergrund verdeckt während ihre treuen Wisps eine Falle für den feindlichen Zeti aufbauen. Ein gezielter Laser-Schuss von Whisper im richtigen Moment trifft den Fiesling auf dem falschen Fuß, mit dem Chaos Emerald im Schlepptau treten die Helden die Heimreise durch das Portal an und lassen Zor inmitten seiner Zombot-Horden zurück, die er nun nicht mehr kontrollieren kann.

Espio ist zwischenzeitlich im Städtchen Riverside in ein wildes Gerangel mit dem verrückten Zazz verwickelt. Doch die Ninja-Fähigkeiten des Chamäleon bringen den entscheidenden Vorteil, mit wiederholten Angriffen aus dem Hinterhalt schafft er es den furiosen Zeti zu verwirren und schließlich zieht er plötzlich siegreich von dannen – was genau passiert ist merkt Zazz erst, als anstelle seines Chaos Emeralds nun ein spöttischer Zettel an seiner Brust klebt. Das letzte verbleibende Chaotix-Mitglied hat es geschafft und ist damit einen großen Schritt in Richtung der Rettung seiner Gefährten gewandert.

Für die Babylon Rogues sieht es im frostigen Winterburg derweil nicht ganz so vorteilhaft aus: Der gewiefte Meister Zik hat Wave und Storm inmitten einer Zombot-Horde festgesetzt und reibt Jet unter die Nase, jederzeit das Ende seiner Freunde befehlen zu können. Doch Hochmut kommt oft vor dem Fall: Mit einem überraschenden Wirbelsturm-Angriff wirft der Habicht den alten Kauz vom Hausdach, unten wird er bereits von der Faust von Storm und dem Schraubenschlüssel von Wave erwartet, mit welchem sie ihm den Chaos Emerald geschickt mitten im Freiflug wegschnappt. Doch der Fluchtweg in Sicherheit ist für die Rogues abgeschnitten, da nur mehr das Extreme Gear ihres Anführers funktioniert – anstelle seine Gefährten jedoch zurück zu lassen, lässt Jet das Airboard alleine mit dem Edelstein zurück nach Angel Island sausen und schließt sich ihnen mutig im Gefecht gegen die Horden an.

Am Portal-Generator auf Angel Island hüpfen die fünf gewonnenen Chaos Emeralds mitsamt den siegreichen Kämpfern schließlich schier gleichzeitig nach draußen – doch werden den verbleibenden Helden in diesem Moment auch die tragischen Verluste klar, als bemerkt wird, dass Cream, Gemerl und die Babylon Rogues mit Abwesenheit glänzen.

Für Trauer bleibt allerdings keine Zeit, das Faceship unter dem Kommando von Anführer Zavok fliegt bereits bedrohlich auf Angel Island zu um auch die letzte Bastion der Überlebenden mit dem Metallvirus zu überschütten – weshalb Eggman rasch einen Anruf zu einer verdeckten Spionin hinter feindliche Reihen schickt. Rouge tritt endlich in Aktion, stiehlt direkt vor Zavoks Nase den weißen Chaos Emerald der sein Gefährt mit Energie versorgt davon und flattert zusammen mit Orbot und Cubot in Sicherheit – das Luftschiff stürzt seinem magischen Treibstoff beraubt in die Tiefe und geht in Flammen auf.

Ende gut, alles gut? Leider nicht ganz, der hartnäckige Bösewicht gibt sich nämlich noch nicht geschlagen: Er steigt wutentbrannt aus den Trümmern hervor und wächst mithilfe seines eigenen Chaos Emeralds zu einem massiven Titanen heran. Furios greift er die fliegende Insel direkt an – einmal mit Feuerbällen, einmal mit Sonics eigenen zombifizierten Gefährten, indem er diese mit Schwung an die Oberfläche schleudert.

Nun in die Ecke gedrängt von ihren eigenen verwandelten Freunden und einem massiven Bösewichten, rückt die Befreiung des Planeten so knapp vor der Ziellinie in weiter Ferne. Kann Sonic doch noch für eine spektakuläre Rettung in letzter Sekunde sorgen? Wir finden es in der nächsten Ausgabe heraus, die letzte Ausgabe der Zombot-Saga steht in einem spannungsgeladenen Finale bevor.

Fazit

Leider nie ein schönes Ereignis, wenn die eigenen gehegten Befürchtungen wahr werden – doch letztendlich ist Realität geworden was ich in meinen letzten Reviews schon spekuliert habe. Gerade mal vier Ausgaben sind leider ein zu knappes Zeitfenster, um alle Aspekte der aktuell chaotischen Storyline sowie die Auflösung der Zombot-Saga angemessen zur Schau stellen zu können. Eine Sorge die bereits befeuert wurde, als die erste Ausgabe dieses Vierteiler viel Platz für zusätzliche Angriffsplanung verwendet hat, bevor es dann erst Ende der Ausgabe richtig ans Eingemachte ging.

Cover A

Irgendwo mussten also Einbußen gemacht werden um letztendlich ein zufriedenstellendes Finale zu erreichen – und diese finden sich nun im aktuellen Heftchen in der ersten Hälfte. Nachdem der zweite Teil von „All or Nothing“ sich noch zur Gänze auf zwei spannende Gefechte der Helden gegen die Schrecklichen Sechs konzentriert hat, werden nun im dritten Teil weitere drei Fieslinge im Rahmen von gerade mal zwölf der insgesamt zwanzig Seiten abgefertigt. Im Schnitt bekommt jeder Schlagabtausch also gute vier Seiten ab – leider zu wenig, um den zuvor aufgebauten Spannungsbogen aufrecht zu erhalten.

Zur Erinnerung, im ersten Part des Vierteilers am Ende erlebten wir noch, wie die angreifenden Gefährten von den Schrecklichen Sechs größtenteils überrumpelt wurden und hat man sich gefragt, wie sie die Situation nochmal umdrehen können. Die Antwort: Sie tun es einfach, ohne großartige Mühe. Ein einziger Treffer von Whisper erledigt Zor aus dem Hinterhalt, während Silver nur die Ablenkung darstellt. Erleben wir im ersten Teil noch wie Espio von Zazz und Zombot-Horden umzingelt wurde, ist das Chamäleon in dieser Ausgabe schon mitten im Gefecht und macht vollkommen kurzen Prozess mit dem bedauernswerten Zeti. Und der angeblich so kluge Zik, der gegen die Babylon Rogues alle Fäden in der Hand hält, bekommt ausgerechnet von einem in Sichtweite befindlichen Jet auf den Deckel und verliert alles nach nur einem Treffer. Alle drei dieser Kämpfe wirken folglich reichlich unspektakulär, jeder Chaos Emerald wird eingesammelt als wäre er nur Teil einer Checkliste, was gerade nach den aufregenderen Konfrontationen gegen Zomom und Zeena in der letzten Ausgabe ein deutliches Downgrade bedeutet. Mit vermutlich nur einer einzigen Ausgabe mehr hätte dieses Problem der Platzknappheit gelöst werden können, doch so wie es ist, wurde leider ein öfters erscheinender Kritikpunkt am Writing von Ian Flynn fortgesetzt: Der lange, teils mehrjährige Aufbau einer Storyline bekommt keinen angemessenen Abschluss und wird plötzlich auf den letzten Metern mit Stress über die Ziellinie geknüppelt. Schade drum.

Doch ein wenig Positives aus den kurzen Kämpfen gegen die Schrecklichen Drei will ich nicht ganz außen vor lassen: So einfach es Espio mit Zazz letztendlich auch hatte, die vollkommene Zerstörung des Zeti durch zahlreiche coole Ninja-Moves des Chamäleon war ein sehr spaßiger Anblick. Espio musste durch den Verlust seiner engsten Gefährten einiges mitmachen, zu erleben wie er all seine aufgestaute Wut in spektakulärer Art auf einen der verantwortlichen Fieslinge loslassen konnte war katharisch, am Ende gewürzt mit einem bittersüßen Moment, als er anmerkt, dass seine gefallenen Freunde im Geiste bei ihm waren. Zusätzlich, der sonst eher für seine Arroganz bekannte Jet hat bei mir ein wenig mehr an Respekt gewonnen, als er entschlossen hat seinem festhängenden Team beizustehen anstelle alleine die Rückreise anzutreten, im vollen Wissen, dass er dadurch ebenfalls infiziert werden würde. Ein paar Lichtblicke sind also durchaus auch in der ersten Hälfte vorhanden, Schnellabfertigung hin oder her.

Cover B

Die letzten paar Seiten konzentrieren sich derweil auf den Aufbau für das große Finale in der nächsten Ausgabe – doch kriegt Rouge auch einen tollen Moment im Rampenlicht ab, indem sie ihre verdeckte Mission mit positiven Erfolg abschließen kann. Die diebische Fledermaus hat es tatsächlich geschafft einen Chaos Emerald vor den wachsamen Augen von Zavok zu klauen und dabei natürlich gemäß ihrem Charakter einen stilvollen Abgang hinzulegen – und wäre der Bösewicht nicht wieder aus den Trümmern des abgestürzten Faceship entstiegen, hätte sie mit ihrem zeitlich gut gewählten Schachzug tatsächlich den entscheidenden Treffer gelandet.

Alas, das wäre natürlich zu einfach. Frei nach Sonic Lost World ist Zavok stattdessen wieder in seine Giganten-Form geschlüpft, diesmal sogar verstärkt durch einen Chaos Emerald – und zum zweiten Mal im jungen IDW Comic-Universum muss Angel Island als Schauplatz für den Endkampf herhalten, konfrontiert mit der potentiellen Zerstörung durch einen bekannten Bösewichten in Übergröße. Armer Knuckles!

Die Bühne für die letzte Vorstellung steht also. Mit nur sechs von sieben Chaos Emeralds fehlt Sonic noch ein letzter Edelstein um in seine rettende Superform zu schlüpfen – doch dieser befindet sich gut beschützt am Körper des angreifenden Titanen. Und zu allem Übel bekommen die verbleibenden Helden unerwünschten Besuch von ihren zombifizierten Freunden, welche nur eine Berührung benötigen um das Schicksal ihrer Opfer zu besiegeln. Der Ausblick ist düster und Spannung damit erneut aufgebaut, ob also diese kommende Ausgabe ein würdiges Finale der Zombot-Saga darstellt, finden wir bald schon heraus!

Das Teamup zwischen Evan Stanley und Adam Bryce Thomas geht in die nächste Runde, auch der dritte Part wird erneut von den talentierten Händen von gleich zwei großartigen Künstlern zu Papier gebracht. Wenn mich meine Augen erneut nicht täuschen, beginnt Adam Bryce Thomas mit den Zeti-Kämpfen, während Evan Stanley den anschließenden Part rund um Angel Island übernimmt.
Mein Lob kann nur wiederholt werden, erneut legen beide Zeichner einen hervorragenden Job hin. Die Kämpfe zu Beginn der Ausgabe glänzen mit dynamischen Actionszenen, besonders der Schlagabtausch zwischen Espio und Zazz bietet einige mitreißende Anblicke, während die Rückkehr auf Angel Island speziell durch diverse Emotionen der Hauptakteure hervorsticht, z.B. Sonics verzweifelte Reaktion auf das Schicksal von Cream oder die schelmisch überhebliche Art mit der Rouge in Aktion tritt. Nicht zu vergessen natürlich auch die bedrohliche Verwandlung von Zavok am Ende, dessen monströses Design tatsächlich ein wenig schaurig rüberkommt. Ganz großes Kino, im Artwork-Bereich gibt es erneut von meiner Seiten nichts zu klagen.

Cover RI

Drei alternative Cover stehen diesmal wieder zur Auswahl, den Anfang macht Abby Bulmer mit Cover A, das einen Zusammenstoß zwischen Espio und Zazz zeigt, während im Hintergrund das schaurige Fluggefährt des Zeti lauert. Ein toll gezeichneter und cooler Anblick, der einen guten Vorgeschmack auf den Schlagabtausch der Beiden im Inneren des Heftchens bietet.
Für Cover B zeigt sich Bracardi Curry verantwortlich, er stellt die beiden Teamgefährten Whisper und Silver nicht nur sprichwörtlich in den Mittelpunkt, umringt von den lauernden Silhouetten der Schrecklichen Sechs. Ein in meinen Augen super gelungenes Titelbild, die Zeichnungen der beiden Protagonisten strotzen nur so vor Detail und die sehr hervorstechende Farbgebung rundet dieses Gesamtbild hübsch ab.
Schließlich verbleibt zum 28. Mal in Folge wie gewohnt das Cover RI von Nathalie Fourdraine, Whisper und Silver legen diesmal eine Extra-Schicht ein und übernehmen auch in einem zweiten Titelbild die Hauptrolle – ganz alleine sind die beiden Kämpfer diesmal jedoch nicht, der exzentrische Zor tänzelt nämlich mit zahlreichen Illusionen auf der oberen Hälfte des Bildchens herum. Auch hier handelt es sich um einen dynamischen Schlagabtausch mit ordentlichem Grünstich, ein weiteres sehr gelungenes Cover. Und ein kleiner Fun-Fact zum Schluss, legt man die beiden RI-Cover der letzten und dieser Ausgabe zusammen, ergibt sich tatsächlich ein gemeinsames Bild. Subtil und sehr clever!

Nächste Ausgabe:

Das große Finale der Zombot-Saga ist erreicht: Gemeinsam mit Silver und Metal Sonic bläst Sonic zum Angriff gegen den gigantischen Zavok, in einem verzweifelten Versuch das Ende der Welt durch den Metallvirus zu verhindern. Kann der blaue Igel den letzten Chaos Emerald erreichen um die goldene Rettung ins Spiel zu bringen, oder scheitern die Helden so kurz vor dem Ziel an der Übermacht des Zeti-Anführers und seinen Zombot-Truppen? Wir finden es in Part 4 von „All or Nothing“ heraus!

Geschrieben von: DEV

Sonic-Fan mit Passion, mag besonders ein gewisses verrücktes Genie mit beeindruckendem Schnurrbart und Hang zur Welteroberung. Fan des Igels seit 2007, ganz egal ob Classic, Adventure, Modern oder Boom. Doch auch abseits der Spiele besteht ein großes Interesse besonders an den Comics, den TV-Serien und den unzähligen tollen Werken der kreativen Fanbase.

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