Sonic the Hedgehog (IDW)

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IDWs Sonic the Hedgehog # 31 Review

Comic-Mittwoch: Sonic hat eine mächtige Crashlandung in der Sol Dimension hingelegt – und aus seinem explosiven Abgang eine kuriose Nachwirkung mitgenommen. In der Zwischenzeit bereiten sich Freund und Feind auf die Zeit nach der zerstörerischen Zombot-Krise vor.

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Inhalt

Da staunte Blaze nicht schlecht: Aus heiterem Himmel hat sie am Ende der letzten Ausgabe Besuch von ihrem Gefährten Sonic erhalten, der durch die explosive Zerstörung des Warp Topaz in Form einer mächtigen Bruchlandung in die Dimension der feurigen Prinzessin verfrachtet wurde.

Die aktuelle Geschichte beginnt nun in Form eines Teekränzchens zwischen dem aus der Ohnmacht aufgewachten Igel und seiner royale Freundin. Im Zuge ihres Gespräches stellt sich für den Leser schnell heraus, dass der blaue Igel momentan an einer heftigen Spätfolge leidet: Er kann sich partout nicht daran erinnern, wer er eigentlich ist. Ein kleines Mädchen hat ihm spontan den Namen „Mr. Needlemouse“ verpasst, was dem an Amnesie leidenden Helden zusagt, doch so sehr er sich in Kombination mit ein paar Erinnerungshilfen von Blaze anstrengt, sein Gedächtnis bleibt verzerrt.

In der Zwischenzeit hat jedoch auch Amy mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Die Anführerin des Wiederaufbaus fühlt sich deutlich überfordert von dem Aktenstapel der im zerstörten HQ nach der Zombot-Krise auf sie wartet und schmachtet besseren Zeiten nach, in denen sie einfach nur gemeinsam mit Sonic sorglos von einem Abenteuer zum Nächsten hetzen konnte. Ein Angebot einer plötzlichen Besucherin, nämlich Jewel, sorgt jedoch für die Rettung in der Not: Die Kindheitsfreundin von Tangle schlägt dem überarbeiteten Igelmädchen vor, ab sofort ihren Job zu übernehmen– Amy zögert keine Sekunde und stimmt erfreut zu.

Ganz woanders, nämlich in der Echo Mine, befinden sich zwei Stinktiere in mächtigen Schwierigkeiten: Rough und Tumble, die ersten unfreiwilligen Versuchskaninchen von Eggmans Metall-Virus, sind nun zwar wieder geheilt, stecken jedoch immer noch in jenem Loch fest in das sie von Sonic und Amy reingeworfen wurden. Doch Rettung naht, Tails und Tangle sind zur Stelle und helfen ihnen aus der Bredouille – statt Dank erhalten die Helfer jedoch nur spöttelnde Worte und die unbelehrbaren Fieslinge ziehen von dannen. Nach einem kurzen Gespräch über den Verbleib von Sonic lädt Tangle ihren Fuchsfreund schließlich zu einer Party in Spiral Hill Village ein, um das Überleben der Zombot-Krise zu zelebrieren.

In der Zukunft bietet sich Silver ein wundervoller Anblick: Seine Zeit ist endlich gerettet und erwartet ihn Zivilisation und Sonnenschein bei seiner Rückkehr. Doch Eggman rastet nicht und arbeitet in einer Geheimbasis natürlich bereits daran, diese freudigen Aussichten zu vermiesen. Mithilfe des entführten Omega werkelt er an einer neuen Killermaschine, ebenfalls macht er sich über den Verbleib der Konkurrenz schlau – jedoch, weder die verstreuten Zeti abgesehen ihres eingebuchteten Anführers Zavok, noch sein früherer Gehilfe Dr. Starline, können von ihm momentan aufgespürt werden. Was das Schnabeltier jedoch aktuell plant, erleben wir direkt auf der nächsten Seite: Enttäuscht von seinem Rauswurf und der Kurzsichtigkeit seines Idols, will der Fiesling den eiförmigen Wissenschaftler von der Richtigkeit seines Ansatzes überzeugen, indem er ihm den eroberten Planeten auf dem Präsentierteller beschert.

Im Büro der Chaotix in Seaside City werden die drei wiedervereinten Detektive derweil von zahlreichen Anrufen über Vermisste nach der Zombot-Krise überwältigt – doch auch hier naht Unterstützung, Vanilla, Cream und Gemerl kommen vorbei und helfen dem Dreierteam ein wenig aus, sodass diese direkt im Feld in Aktion treten können. Ein sichtlich nachdenklicher Shadow grübelt derweil in Forest Hill vor sich hin und reagiert kaum auf seine Gefährtin Rouge, die vorbeikommt um ihm ein Update zur aktuellen Situation zu geben – der Grund dafür ist offenbar ein leicht schlechtes Gewissen gegenüber Sonic, nachdem die Ultimative Lebensform dessen Ratschlag bei einer Ansteckung zu rennen als Feigheit abgestempelt und durch diese Fehleinschätzung selbst zum Zombot verwandelt wurde.

Doch jetzt heißt es erst mal Party-Time: Die gesamte Gruppe versammelt sich in Spiral Hill Village um ihren Sieg zu feiern – einschließlich der Babylon Rogues, auf die Whisper aufgrund des früheren Versuches das Museum von Jewel auszurauben ein ganz besonderes Auge wirft. Tangle versucht ihre übervorsichtige Freundin dazu zu überreden zu entspannen, was anfangs auch funktioniert, dann jedoch von einem lauten Geräusch in Kombination einer wohlbekannten Stimme zunichte gemacht wird.

Dr. Eggman hat sich nämlich ungefragt ebenfalls eingeladen und platzt bewaffnet mit seiner neuesten Kreation mitten in die Feierlichkeiten hinein. Sein dunkles Vorhaben: Die versammelte Freundesgruppe mithilfe seiner neuesten Maschine auf einem Schlag zu erledigen, während Sonic mit Abwesenheit glänzt und ihm deshalb nicht in die Quere kommen kann. Ob der verrückte Wissenschaftler damit Erfolg hat, erfahren wir direkt in der nächsten Ausgabe!

Fazit

Mr. Tinker war gestern – jetzt ist Mr. Needlemouse zur Stelle! Nachdem am Anfang des IDW-Universums noch sein eiförmiger Gegenspieler mit einer Phase der Amnesie zu kämpfen hatte, ist jetzt offenbar Sonic selbst an der Reihe.

Cover A

Die Explosion des Warp Topaz am Ende des Zombot-Finales hat die Erinnerungen des Igels durcheinander gewürfelt und sogar seine Persönlichkeit etwas verändert, verhält sich der sonst so lockere Held nun deutlich eloquenter, fast schon mit einem gewissen royalen Unterstrich. Eine sehr amüsante Szene schon direkt am Anfang der Ausgabe wie ich finde, speziell die pure Ratlosigkeit von Blaze über den sonderbaren Zustand ihres Gefährten kommt sehr nachvollziehbar rüber. Die Frage stellt sich natürlich nun, wie und wann die Erinnerung des blauen Helden wieder hergestellt werden kann – potentiell öffnen sich hier einige spaßige Situationen, sollte der Igel auch die Gelegenheit bekommen in seinem aktuellen Zustand mit seinen Freunden und Rivalen abseits von Blaze zu interagieren. Oh, und Bonus-Punkte natürlich für den „neuen“ Namen den Sonic sich verpasst hat, handelt es sich bei „Mr. Needlemouse“ doch bekanntermaßen um einen seiner ursprünglichen Prototyp-Namen während der Erstellung des Charakters vor bald schon dreißig Jahren – eine clevere Anspielung.

Doch nur gerade mal zwei Seiten dieser Ausgabe konzentrieren sich auf die Hauptfigur selbst, der Rest ist seinen Freunden und Gegenspielern gewidmet, für welche zurück in ihrer eigenen Dimension dank dem Metallvirus mächtige Aufräumarbeiten anstehen. Die Ausgabe springt regelrecht von einem Blickwinkel zum nächsten und bekommen dadurch zahlreiche Charaktere ein wenig Rampenlicht ab. Actionfreunde werden hier zwar etwas im Regen stehen gelassen, doch jene Leser die sich nach all den chaotischen letzten paar Ausgaben zur Abwechslung einfach nur auf ein paar nette, unterhaltsame Charakterinteraktionen freuen, wie zum Beispiel meine Wenigkeit, kommen hier voll auf ihre Kosten.

Auch wenn die Zombot-Krise gelöst ist, die Nachwehen aus der globalen Katastrophe sind noch deutlich zu spüren – speziell für die Anführerin des Wiederaufbaus, die mit purer Ratlosigkeit in ihrem zerstörten Büro sitzt. Amy hat die Organisation zwangsweise übernommen nachdem Knuckles den Widerstand aus heiterem Himmel aufgelöst hatte, sieht sich nun aber hilflos überfordert von ihrer Rolle als Leiterin. Doch Fans die sie zur Abwechslung gerne wieder in einer aktiveren Rolle sehen würden, können endlich aufatmen: Dank dem freundlichen Angebot von Jewel ist Amy aus ihrer Verantwortung befreit und darf sich endlich jene Pause gönnen, die sie schon lange verdient hat.

Sie wurden nicht vergessen: Seit ihrem Sturz in den tiefen Abgrund relativ am Anfang der Zombot-Arc war das Schicksal von Rough und Tumble offen und wurde sogar die Befürchtung geweckt, dass die beiden Stinktiere den Fall nicht überstanden haben könnten. Doch sie sind glücklicherweise in Ordnung und haben es sich Tails und Tangle freundlicherweise zur Priorität gemacht, die beiden Fieslinge aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Undank ist der Welten Lohn jedoch, die beiden Rüpel honorieren die noble Geste nur mit einem hämischen Lachen und ziehen spöttelnd davon – es zeigt sich, dass die beiden Stunkmacher trotz der letzten Ereignisse kein bisschen geläutert wurden. Ein kleines bisschen Mitleid speziell mit Tumble ist jedoch drin, erneut fühlt er sich bei Anblick vom prachtvollen Schweif von Tangle an seinen Verlust am eigenen Hinterteil erinnert.

Cover B

Einen süßen Moment stellt jedoch das anschließende Gespräch zwischen Tangle und Tails dar, in welchem das Lemuren-Mädchen vom jungen Bastler wissen will, ob dieser aufgrund der Abwesenheit seines großen Bruders in Ordnung sei. Anstatt sich wieder der Verzweiflung hinzugeben wie in einem kürzlichen Videospiel der Reihe, glaubt Tails diesmal an sein Idol und ist felsenfest entschlossen, dass Sonic zu ihm zurückkehren wird – und in der Zwischenzeit will der junge Fuchs emsig daran arbeiten, den Frieden aufrecht zu erhalten. Eine sehr tolle Charakterentwicklung von ihm, die eindeutig zeigt wie mental gefestigt Tails, vermutlich beschleunigt durch die letzten intensiven Ereignisse, inzwischen geworden ist.

Die gute Zukunft ist endlich vollbracht, und wurde damit tatsächlich ein kleiner Running-Gag der Comics zerstört. Bei seiner Rückkehr findet der Zeitreisende Silver beim dritten Versuch endlich eine gerettete Zivilisation vor und ist nun vorerst nicht mehr gezwungen, eine Rückreise in die Vergangenheit zu unternehmen um die nächste Katastrophe zu verhindern. Schön für ihn, etwas schade für mich – ich hoffe nämlich wir sehen ihn trotzdem bald wieder, da ich ihn und seine Dynamik mit den restlichen Helden in den IDW-Comics durchaus unterhaltsam finde.

Spaßig fand ich den Wortwechsel zwischen Eggman und seiner Kreation auf Abwegen Omega, welche trotz Gefangenschaft dem Wissenschaftler allerlei Drohungen an den Hals wirft. Anschließend erhalten wir ein Update über den Verbleib der restlichen Bösewichte in welchem wir unter anderem erfahren, dass Zavok nach seiner Niederlage in der letzten Ausgabe in den Knast gewandert ist. Ebenfalls ist ein kleiner Ausblick auf die nächsten Schritte seines in Ungnade gefallenen Gehilfen Dr. Starline mit dabei – ein kleiner Teaser auf seine eigene vierteilige Miniserie „Bad Guys“, die schon bald startet.

Eine recht putzige Szene mit den überforderten Chaotix und der zu Hilfe eilenden Familie rund um Cream später, passiert tatsächlich etwas womit ich nicht direkt gerechnet hätte: Während Rouge relativ erfolglos seine Aufmerksamkeit erhalten will, reflektiert Shadow nochmals über seine eigene Infektion zum Zombot, eine Szene die damals von zahlreichen Fans als „Out of Character“ kritisiert wurde. Er erkennt an, dass er eine mächtige Fehleinschätzung getroffen hat, er auf Sonic hören hätte sollen und ihm nun etwas schuldet – die Einsicht kommt zwar spät, aber ist definitiv ein kleiner Knochen in Richtung jener Fans, die von seiner Persönlichkeit in den IDW-Comics bisher enttäuscht gewesen sind. Nun muss sich mit seinen nächsten Auftritten zeigen, ob Besserung tatsächlich in Sicht ist.

Schließlich feiern die Helden in Spiral Hill Village eine wohlverdiente Party über ihren Sieg, mit einem süßen Gespräch speziell zwischen den engen Gefährtinnen Tangle und Whisper – es wird mit jeder neuen Interaktion zwischen ihnen immer schwerer für mich, die beiden „nur“ als gute Freundinnen zu betrachten. Doch die friedvolle Feier ist den Helden nicht vergönnt: Eggman riecht Blut und schlägt genau in jenem Moment zu, in dem sich alle in Sicherheit wiegen. Ein starker Cliffhanger direkt am Ende – und die Vorfreude auf die nächste Ausgabe ist groß, in welcher sich die versammelten Freunde gegen seine neue Killermaschine zur Wehr setzen müssen.

Cover RI

Adam Bryce Thomas schlägt am Bleistift wieder zu – und zwar richtig. Ich habe seine Werke schon oft mit verdientem Lob überhäuft, doch mit dieser Ausgabe hat er sich in meinen Augen sogar nochmals übertroffen: Speziell die einzelnen Charaktere stecken voller Leben und werden mit viel Detail und Emotion richtig zum Leben erweckt. Quasi jeder Gesichtsausdruck sitzt und in ein paar Panels wirken die gezeichneten Figuren fast schon dreidimensional zu Papier gebracht, als wären es Charaktermodelle direkt aus den Spielen selbst. Richtig beeindruckende Arbeit von meinem aktuellen Lieblingszeichner der Sonic-Comics, unterstützt von der wunderbaren Farbgestaltung des nicht minder talentierten Matt Herms.
Allerdings, speziell seine Version eines an Amnesie leidenden Sonic am Anfang der Ausgabe hat für ein paar amüsante Fehlinterpretationen innerhalb der Fanbase gesorgt, wirkt der Igel mit seinen Gesichtsausdrücken doch ungewohnt „flirty“ gegenüber Blaze – ein Umstand der sogar zu einem Statement von Ian Flynn höchstpersönlich auf Twitter geführt hat, in welchem er klarstellt, dass dieser Eindruck definitiv nicht gewollt war und stattdessen dem „Death of the Author“-Trope zugehörig ist.

Für die aktuellen Hauptausgaben kommt er aktuell leider nicht zum Zug, doch hin und wieder lässt sich Veteran Tracy Yardley für ein Titelbild wieder blicken, so geschehen mit Cover A. Es handelt sich dabei tatsächlich um ein zweiteiliges Bild, in diesem ersten Part feiern die Charaktere euphorisch das Ende der Zombot-Krise – doch eine metallische Klaue die aus dem Hintergrund hervorragt lässt bereits die kommenden Schwierigkeiten erahnen. Ein putziges Cover, es ist schön all die Freunde nach den letzten Strapazen glücklich feiernd zu sehen, so kurzfristig die Freude auch ausfallen mag.
Die „Bad Guys“ stehen auch im kreativen Cover B von Jonathan Gray im Rampenlicht: Die Klaue von Omega zerreißt ein Poster des Widerstandes, nur um einen bösen Wissenschaftler und seine Gehilfen direkt dahinter zu enthüllen. Wie von Gray gewohnt ist dieses Titelbild humorvoll gezeichnet sowie mit zahlreichen spaßigen Anspielungen bestückt, man darf erneut auf eine kleine Easteregg-Suche gehen und dabei sogar eine Anspielung an die eingestellten Archie-Comics entdecken.
Nathalie Fourdraine fasst derweil einige Ereignisse aus der Ausgabe selbst in einem umfangreichen Cover RI zusammen und sorgt für ein spaßiges Gesamtkunstwerk – mir sagt speziell der Anblick eines sehr frustrierten Dr. Starline zu, oder wie die arme Jewel von Amy mit einem ganzen Stapel an Papieren versorgt wird. Ein lustiges, wie seit 30 Ausgaben gewohnt in ihrem wundervollen Stil hübsch gezeichnetes Cover. Und jetzt wo es mir auffällt: Interessanterweise ist in keinem der drei Cover Hauptfigur Sonic mit dabei, was durch seinen momentanen vermissten Status sogar eine gewollte Entscheidung gewesen sein könnte.

Nächste Ausgabe:

Was ist eine große Party ohne eine Show? Eggman reißt die Bühne gewaltsam an sich, doch anstelle spaßiger Unterhaltung verspricht er Chaos und Zerstörung. Können die feiernden Freunde den angreifenden Wissenschaftler auch ohne die Hilfe von Sonic in die Knie zwingen – und wie geht es mit dem an Amnesie leidenden Igel in der Sol Dimension weiter? Die nächste Ausgabe hat die Antworten parat!

Geschrieben von: DEV

Sonic-Fan mit Passion, mag besonders ein gewisses verrücktes Genie mit beeindruckendem Schnurrbart und Hang zur Welteroberung. Fan des Igels seit 2007, ganz egal ob Classic, Adventure, Modern oder Boom. Doch auch abseits der Spiele besteht ein großes Interesse besonders an den Comics, den TV-Serien und den unzähligen tollen Werken der kreativen Fanbase.

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