Sonic the Hedgehog (IDW)

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IDWs Sonic the Hedgehog # 39 Review

Comic-Mittwoch: Sonic, Tails und Amy werden in der verrückten Testrealität von Dr. Eggman und seinen experimentellen Killermaschinen konfrontiert – Tangle und Belle versuchen derweil, ihre Freunde in Not aus ihrem virtuellen Gefängnis zu befreien.

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Inhalt

Vom Regen in die Traufe: Sonic, Tails und Amy haben im Rahmen der letzten Ausgabe zwar erfahren, in welchen seltsamen Ort sie bei ihrer Infiltration von Dr. Eggmans Turm im wahrsten Sinn des Wortes hinengestolpert sind – doch der böse Wissenschaftler ist im weiteren Verlauf auf die Dreiergruppe aufmerksam geworden und will sich nun höchstpersönlich um die unerwünschten Eindringlinge seiner künstlichen Realität kümmern.

Doch bevor wir erleben was Dr. Robotnik für die Helden geplant hat, springt der Blickwinkel am Anfang des dritten Parts von „Test Run“ zu Tangle und Belle, die sich hinter den Kulissen durch den Turm schleichen um ihren gefangenen Gefährten zu helfen. Die Beiden stoßen erneut auf Orbot und Cubot, welche gerade damit beschäftigt sind, monströse Kombi-Badniks zusammenzustellen und in die Testrealität zu schicken – und das per Zufalls-System in Form einer Slot-Maschine, was nicht immer zu allzu produktiven Ergebnissen führt. Durch eine kleine Ablenkung schafft Tangle es schließlich, die zwei Roboter-Gehilfen mit ihrem Schweif einzufangen und will sie gleich mal zur Rede stellen.

Für Sonic, Tails und Amy ist die Situation derweil gar nicht fein: Eggman zündet das Haus in welchem die Helden sich vorerst verschanzt haben an, um sie auf etwas radikale Art nach draußen zu locken – direkt in eine Gruppe von ungemütlichen Kombi-Badniks hinein. Doch bevor ein Kampf ebenfalls entbrennen kann, verlieren die Helden nicht nur sprichwörtlich den Boden unter den Füßen. Die gesamte Stadt wird plötzlich umgedreht und befinden sich die Freunde als auch ihre Häscher nun im freien Fall in einen bodenlosen Abgrund.

Sonic schafft es noch einen Schornstein zu greifen, doch die Gruppe entschließt sich nach kurzer Diskussion, den Fall in die Tiefe nicht zu fürchten – schließlich wollte Eggman ihnen etwas zeigen und würde nie eine Chance abgeben, mit seinen Erfindungen zu prahlen. Sie lassen los und schweben tatsächlich auf eine Art Arena zu, in welcher bereits ein altbekannter Gegner auf sie wartet: Eine elektrische Variante der Egg Viper aus Sonic Adventure, mit ihrem Schöpfer höchstpersönlich im Cockpit.

Doch gemeinsam im Team ist dieser ikonische Bossgegner weitaus weniger bedrohlich: Gemeinsam gelingt der Dreiergruppe ein eindeutiger Sieg per imposanter Combo-Angriffe. Das war allerdings erst der Anfang: Es stellt sich nämlich heraus, dass der Wissenschaftler nicht persönlich anwesend war und dem Kampf stattdessen von der Sicherheit seiner Geheimbasis mit einer VR-Brille beiwohnt – und ebenfalls schickt er nun drei weitere Egg Viper-Variationen, Feuer, Wasser und Wind, durch das Portal, um diesmal für einen „fairen“ drei gegen drei-Kampf zu sorgen.

Sonic, Tails und Amy werden im weiteren Verlauf angezündet, beinahe ertränkt und von Winden wild durch die Luft gewirbelt – Dr. Eggman verbucht diesen Punkt für sich und will nun schließlich die tödliche Entscheidung herbeiführen.

In der Zwischenzeit sind Tangle und Belle mit dem Verhör ihrer Gefangenen beschäftigt, doch Orbot und Cubot zeigen sich nicht sonderlich redselig und fallen auf Versuche der Lemuren-Kämpferin, ihnen Informationen zu entlocken, nicht hinein. Das technisch begabte Holzmädchen konnte derweil eine Liveübertragung zu ihren Freunden im Inneren der virtuellen Welt herstellen und dabei fällt ihr ein Portal auf der Decke auf, das eventuell mit einem der zahlreichen Portale dieses Raumes in Verbindung steht – doch mit welchem?

Tangle bekommt einen Einfall und entlockt den Roboter-Gehilfen durch einen kleinen Trick die nötige Info, indem sie vorspielt in ein Portal zu laufen, dann jedoch im letzten Moment ein anderes wählt, was den Bösewichten eine deutliche Reaktion entlockt. Zufrieden will die Kämpferin sofort ins Innere springen um ihren Freunden in Bedrängnis zur Hilfe zu eilen – doch Belle hält diese Idee für zu gefährlich und will ihre Gefährtin davon abbringen, jedoch mit wenig Erfolg.

Schließlich tritt das Holzmädchen zur Seite und Tangle startet mit Elan ihren Weg durchs Portal – ob sie in einem Stück bei Sonic, Tails und Amy auf der anderen Seite ankommt und ob sie gemeinsam der Egg Viper-Übermacht trotzen können, erfahren wir schon bald im nächsten Part, dem großen Finale dieses Vierteilers.

Fazit

Drei Helden ordentlich in der Bredouille: Für Sonic, Tails und Amy wurde die Reise in die virtuelle Testkammer des bösen Wissenschaftlers zu einer mächtigen Herausforderung, nachdem Eggman sich persönlich eingeklinkt hat. Der Welteneroberer hat offenbar die volle Kontrolle über diese von ihm erschaffene Scheinrealität – doch wie er diese Macht über Sonic und Co. tatsächlich einsetzt finde ich durchaus etwas faszinierend und gleichzeitig doch sehr entsprechend seines Charakters.

Cover A

Tatsächlich könnte der eiförmige Fiesling seinen verhassten Erzfeind und zwei seiner engsten Freunde nämlich sehr einfach ausschalten, wenn er pragmatisch denken würde. Da er offenbar die volle Kontrolle über seine Testrealität genießt, könnte er spielend das kleine Städtchen einfach zerstören oder irgendeine andere gewünschte Naturgewalt loslassen, um seine Gegner so mit einem Schlag zu erledigen.

Was macht der Doc jedoch stattdessen? Er lotst die Heldengruppe zu einem speziellen Schauplatz, um sie dort mit seinen neuesten Kreationen zu konfrontieren und ein Spektakel aus der Angelegenheit zu machen. Und dabei lässt er Sonic, Tails und Amy eine Chance sich zu verteidigen, er will einen halbwegs fairen Sieg mithilfe seiner eigenen Kreationen erreichen, um Igel und Co. richtig unter die Nase zu reiben, dass er ihnen diesmal endlich überlegen war. Ein wundervoll arroganter Ansatz eines sehr hochnäsigen, selbstverliebten Genies, damit wurde der Charakter des Bösewichten wirklich toll getroffen. Pluspunkte dafür, dass Sonic diesen Verlauf tatsächlich aus langjähriger Erfahrung entschlüsseln konnte und darauf vertraut, dass Eggman ihn und seine Gefährten nicht einfach ohne Fanfare durch einen tiefen Fall in einen bodenlosen Abgrund erledigen würde.

Fans von Sonic Adventure dürfen sich im weiteren Verlauf auf einen alten Bekannten freuen: Die berühmt-berüchtigte Egg Viper aus der Final Egg-Stage des Spieles ist zurück, in vierfacher Ausführung und mit einem sehr coolen Twist in Hinblick auf die unterschiedlichen Elementar-Kräfte der mechanischen Schlängler – natürlich darf da auch Eggmans klassisches „Get a load of this!“-Zitat nicht fehlen, das tatsächlich als kleiner zusätzlicher Fanservice inkludiert ist. Wie Sonic, Amy und Tails die elektrische Variante im Teamwork komplett zerlegen stellt eine sehr coole, jedoch relativ einseitige Kampfszene dar – deutlich aufregender wird es nach dem Auftauchen der drei weiteren mechanischen Biester, wo es so ziemlich umgekehrt läuft und den drei Helden diesmal ziemlich übel zugespielt wird. Der weitere Verlauf des Kampfes bleibt nach diesem ersten Reinfall vorerst offen – womit die Spannung für den nächsten Teil gut aufgebaut wird.

Eine kleine Verschnaufpause von all der Action stellen derweil die unterhaltsamen Szenen von Tangle und Belle dar, die erneut damit beschäftigt sind, ihren eingesperrten Freunden hinter den Kulissen zu assistieren. Wir bekommen dadurch am Anfang der Ausgabe einen Blick darauf, wie die Kombi-Badniks erschaffen werden, was lustigerweise in Form einer Slotmaschine anstelle logisch ausgedachter Zusammenstellungen passiert. Nachdem Orbot und Cubot geschnappt wurden, darf Tangle wieder ein wenig in ihre komödiantische Rolle schlüpfen und ihre Verhörkünste zur Schau stellen, scheint dabei aber speziell gegen den kugelförmigen Gehilfen auf Granit zu beißen – nur um ihn am Ende dann doch humorvoll auszutricksen, mit ihrem klugen Portal-Trick, upps!

Cover B

Holzmädchen Belle kümmert sich derweil um die technische Unterstützung und leitet unter anderem eine zur Hilfe geschickte Egg Pawn-Truppe in die Irre – kleines interessantes Detail jedoch, Orbot und Cubot fragen sich offen wer die mechanische Puppe ist und ob sie zu Eggmans Truppen gehört, was zeigt, dass selbst die beiden Gehilfen des Doktors bisher tatsächlich nichts von ihrer Existenz wussten. Abgesehen von diesem kleinen Tidbit hat zumindest diese Ausgabe jedoch noch keinen weiteren Inhalt zur wahren Identität von Belle als Kreation von Dr. Robotnik zu bieten, dieses Mysterium wird also vorerst noch nicht aufgelöst oder vorangetrieben – das kommende Finale dieses Vierteilers bietet uns da hoffentlich ein paar mehr Antworten.

Am Ende zeigt sich der Neuzugang dann nochmals von seiner sorgsamen, wenn auch etwas übervorsichtigen Seite, als sie ihre neue Freundin Tangle davon abhalten will, ohne weitere Vorbereitung in das Portal zu springen. Doch die waghalsige Kämpferin versichert ihrer hölzernen Gefährtin, dass ihre Freunde dringend Hilfe brauchen und man manchmal eben Risiken eingehen muss um rechtzeitig zur Stelle zu sein , wodurch das Holzmädchen sich schließlich geschlagen gibt. Ein durchaus starker Moment für das Lemuren-Mädchen, sie hat sich offenbar in vieler Hinsicht eine Scheibe von ihrem großen Idol abgeschnitten.

Der dritte Part von Test Run hat den Action-Anteil letztendlich ein bisschen hochgeschraubt und bietet damit ein paar coole Momente, mir persönlich gefällt die Situation aufgrund der Sonic Adventure-Anspielungen und den tollen Momenten meines eiförmigen Lieblingscharakters sehr – allerdings hätte man aus der Testrealität eventuell ein bisschen mehr „Seltsamkeit“ herausholen können, in einem Sinn. Ein paar der Situationen in denen Sonic, Tails und Amy sich gefunden haben waren faszinierend abgedreht, und auch diese Ausgabe hatte einen solchen Moment mit der kopfstehenden Stadt zu bieten – doch letztendlich mündete das Abenteuer nur in einen typischen Arena-Kampf gegen einen altbekannten Gegner, manche Leser die sich aus dieser anfangs vielversprechenden Prämisse rund um die Scheinrealität ein wenig mehr erhofft hatten, könnten hier durchaus das weggeworfene Potential bemängeln. Dennoch, ich persönlich fühle mich von Test Run bisher gut unterhalten und erwarte das Finale mit Vorfreude, speziell im Hinblick darauf, ob wir endlich das meinerseits mit Spannung erwartete Zusammentreffen von Belle und ihrem Schöpfer erhalten werden.

Cover RI

Wie bereits aus der letzten Ausgabe gewohnt, gibt es auch diesmal wieder eine zweifache Aufteilung mit dem Artwork: Evan Stanley bringt erneut die beiden Parts mit Tangle und Belle am Anfang und Ende der Ausgabe zu Papier, während Bracardi Curry den Mittelteil rund um Sonic, Tails und Amy übernimmt. Und wie auch in der letzten Ausgabe gibt es nicht viel zu bemängeln, Stanley sorgt in ihren etwas ruhigeren Parts wieder für ein paar tolle Anblicke und trifft besonders die abwechslungsreichen Gesichtsausdrücke von Heldin Tangle sehr gut, während Curry ihre ausdrucksvoll gezeichneten Protagonisten diesmal in ein paar mitreißende Actionszenen stecken darf und dabei ebenfalls eine sehr tolle Arbeit hinlegt. Eine sehr solide Ausgabe was das Artwork angeht, von beiden Seiten des Zeichenbretts.

Drei Helden im freien Fall: In Cover A von Abby Bulmer steht die Welt für Sonic, Tails und Amy nicht nur sprichwörtlich Kopf, es wird eine Szene aus der Ausgabe selbst in Titelbild-Form gezeigt. Ein im wahrsten Sinn des Wortes recht abgedrehter Anblick, die drei sichtlich besorgten Protagonisten sind in ihrem Freiflug toll zur Schau gestellt und weckt dieses Cover auf jeden Fall die Lust darauf, zu entdecken wie es im Inneren dieser Ausgabe zu dieser verrückten Situation kommt.
In Cover B von Gigi Dutreix hat Dr. Eggman offenbar ein neues Hobby gefunden: In einem Setup nicht unähnlich einem VR-Setting greift der Wissenschaftler direkt ins Geschehen ein und bringt seine Feinde und sogar seine Gehilfen richtig in Bedrängnis, gemessen an den Bildschirmen im Hintergrund. Ein weiteres sehr toll gezeichnetes und kreatives Titelbild, mit dem ein oder anderen netten Detail – man beachte die versteckten kleinen Figuren im Hintergrund.
Zu guter Letzt ist mit Cover RI wieder Nathalie Fourdraine zum 39. mal in Folge am Start und legt den Fokus auf Belle, die inmitten einer Gruppe von freundlich gesinnter Egg Pawns augenscheinlich zu einer schrecklichen Erkenntnis gelangt. Das Cover hätte als kleiner Nitpick vielleicht etwas besser zum Inhalt der letzten Ausgabe gepasst, aber das ändert natürlich nichts an der tollen Zeichnung, der Zwiespalt des freundlichen Holzmädchens kommt deutlich rüber und die rötlich angehauchte Farbgebung sorgt für einen düsteren Vibe – eine weitere gelungene Alternative.

Nächste Ausgabe:

Tangle ist entschlossen unterwegs, um ihre Gefährten aus dem aktuellen Egg Viper-Schlamassel zu prügeln. Kommt das Lemuren-Mädchen rechtzeitig und am richtigen Ort an, oder bleiben Sonic, Tails und Amy im Kampf gegen die drei mechanischen Bestien von Dr. Eggman auf sich alleine gestellt? Wir erfahren es im großen Finale des Vierteilers!

Geschrieben von: DEV

Sonic-Fan mit Passion, mag besonders ein gewisses verrücktes Genie mit beeindruckendem Schnurrbart und Hang zur Welteroberung. Fan des Igels seit 2007, ganz egal ob Classic, Adventure, Modern oder Boom. Doch auch abseits der Spiele besteht ein großes Interesse besonders an den Comics, den TV-Serien und den unzähligen tollen Werken der kreativen Fanbase.

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