Sonic Free Riders

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Sonic Free Riders (Xbox 360) Review

Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. So war abzusehen, dass Sonic nicht zum letzten mal in Zero Gravity auf einem Hoverboard stand. SEGA veröffentlicht nun mit Sonic Free Riders den bereits dritten Ableger der durchwachsenen Funracer-Serie.

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Der dritte Teil geht dabei zurück zu den Wurzeln. Die Gears benötigen nun wieder Luft und es gibt keine Ringe mehr, mit denen man die Gravitation beeinflussen kann. Doch eine große Neuerung gibt es: Das Spiel wird nicht mit dem Controller gesteuert. Stattdessen wird Microsofts „Kinect“ für das Spiel benötigt. Als einer der Starttitel für Kinect ist Sonic damit ganz vorn dabei. Bringt die neue Steuerungsmethode aber auch frischen Wind in die Serie? Oder handelt es sich hier nur um einen weiteren Ableger einer soliden Funracer-Serie?

Sonic Free Riders ist nichts für Couch-Potatos. Voller Körpereinsatz ist gefordert um im Spiel erfolgreich zu sein. Der Spieler stellt sich dazu seitlich vor den Kinect-Sensor und führt Tricks aus, in dem er springt, oder neigt seinen Körper, um geschmeidig um die Kurven zu kommen. Klingt leicht? Ist es zum Teil auch. Ihr benötigt aber etwas an Eingewöhnungszeit um das Board zu beherrschen, da grade das Neigen um die Kurven an Geschick verlangt. Die Aktionen, die der Spieler dabei ausführen soll, sind durch die Kinect-Steuerung begrenzt.
So wurde das Tricksystem sehr simpel gehalten, aber ist dafür auch gut für Einsteiger geeignet. Um einen hohen Trick-Rang zu bekommen, ist es lediglich von Nöten eine 180°-Drehung zu vollführen. Dabei solltet ihr aber sehr darauf achten, dass ihr genügend Platz im Zimmer habt. Bei dieser Drehung kann es schon mal passieren, dass ihr das Gleichgewicht verliert und Möbelstücke im Zimmer eine Gefahr darstellen könnten. Deshalb nur in einem ausreichend großen Raum spielen!

Werden Tricks erfolgreich ausgeführt, füllt sich euer Luft-Tank und ihr könnt damit einen Boost ausführen, der euch für kurze Zeit schneller werden lässt. Wie auch bei den Vorgängern, gibt es auf den Strecken wieder reichlich Abkürzungen, von denen ihr möglichst reichlich Gebrauch machen solltet, wenn ihr als Sieger aus dem Rennen hervorgehen wollt. Die Abkürzungen sind wie üblich in der Serie in „Speed“, „Fly“ und „Power“ unterteilt. Diesmal könnt ihr mit jedem Charaktere alle Abkürzung nutzen. Der Spieler hat nämlich die Möglichkeit sein Board mit Upgrades (Modulen) auszustatten. So könnt ihr euer Board beispielsweise mit dem „Fly-Modul“ upgraden, obwohl ihr mit Sonic, einem „Speed-Charakter“ spielt. Module können auch Extras wie zb. „Geist“ sein, die dem Spieler die Möglichkeit gibt, sich unsichtbar zu machen, um so gegnerische Angriffen zu entgehen. Boards haben dabei immer 2 „Steckplätze“ für Module, die durch einen Stellungswechsel (Regular/Goofy) im Spiel abwechselnd verwendet werden können.
Es ist im Spiel auch möglich, seine Hand auszustrecken um so nach Stangen, Ringen oder Item-Boxen zu greifen. Stangen sind zum Abkürzen der Strecke nützlich. Ringe erfüllen auch wieder einen Zweck. Habt ihr 30 Stück eingesammelt, steigt ihr ein Level und es werden bestimmte Attribute wie z.B. Kurvenverhalten, Höchstgeschwindigkeit, oder Beschleunigung verbessert. Die eingesammelten Ringe könnt ihr auch im Shop für neue Gears und Module ausgeben.

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Die Strecken sind bunt, fetzig und abwechslungsreich gestaltet worden, auch wenn Detailarme Texturen den Gesamteindruck etwas schmälern. Man könnte nämlich fast meinen, die Entwickler hätten aus Kostengründen die Engine der Vorgänger nur auf die Xbox 360 portiert. Zum Glück aber läuft das Spiel zu jeder Sekunde flüssig und Slowdowns waren keine festzustellen.
Auf den 16 Strecken gibt es auch viele Item-Boxen die Luft, Ringe oder Extras geben. Die Extras sorgen auf den Strecken für einiges an Spaß und Abwechslung. Ihr könnt mit Raketen und Bowlingkugeln eure Gegner ärgern oder mit einer Öl-Falle eure Rivalen die Sicht nehmen. Eine Sprudeldose müsst ihr zum Beispiel so lange schütteln, bis diese zur Rakete wird und ihr auf dieser durch die Strecke flitzt. Leider funktioniert das Benutzen eines Extras nicht immer reibungslos. Der Sensor missinterpretiert manchmal die Bewegungen des Spielers. So kann es passieren, dass ihr eine Bowlingkugel nicht sofort werfen könnt, obwohl ihr mit dem Armen die geforderte Bewegung ausführt.

Dabei kann man die Steuerung durchaus als gelungen ansehen, zumal hier die kritisierte Latenzzeit des Sensors kaum ins Gewicht fällt. Der Spieler sollte aber drauf achten, dass neben dem Platz im Zimmer auch genügend Licht vorhanden ist und keine schwarze Kleidung getragen wird. Der Sensor kann beispielsweise Sprünge des Spielers nicht erkennen, wenn dieser schwarze Socken trägt!

Hauptbestandteil des Spiels ist die Weltmeisterschaft. Hier müsst ihr über 40 Missionen abschließen. Dabei steuert ihr abwechselnd Sonic, Tails, Knuckles, Jet, Wave, Storm und andere Charaktere und müsst verschiedene Aufgaben lösen, wie z.B. das Rennen gewinnen, Ringe einsammeln oder das Zerstören von Objekten auf einer Strecke. Die verschiedenen Missionsaufgaben sorgen allerdings nicht grade für viel Abwechslung: Zu schnell wiederholen sich die Aufgaben und zu schnell habt ihr die Weltmeisterschaft beendet.
Neben den verschiedenen Einzelspielermodi wie normale Rennen, Zeitangriff, Ringesammlung oder Blechschaden gibt es auch einen Mehrspielermodus. Hier könnt ihr im Splitscreen Modus gegen einen Freund antreten oder mit ihm zusammen gegen die Gegner spielen. Im Teamrennen müsst ihr euch an den Händen festhalten um gemeinsam gut durch eine Kurve fahren zu können. Im Staffelrennen kommt es auf gutes Timing an, da sich die Spieler schnell abwechseln müssen, was auch im Splitscreen mit bis zu 4 Spielern möglich ist. Leider verliert das Spiel im Splitscreen etwas an Übersicht und wird dadurch chaotisch.

Einer der größten Minuspunkte des Spiels ist die praktisch fehlende Story. Nicht einmal Zwischensequenzen bekommt der Spieler zu Gesicht. Stattdessen werden nach jedem Rennen kleine Dialoge eingeblendet, die die Handlung weiterführen sollen. Das Dialogsystem ist dem von Sonic Rush Adventure sehr ähnlich. Leider sind die Dialoge zwischen den Charakteren recht unwichtig, und dienen nur der Auflockerung des Missions-Moduses.
Die technolastige Musik der Vorgänger wurde zum Glück beibehalten. Die elektronische Musik passt wunderbar zum Spiel und erinnert mitunter an die legendäre Wipeout Serie. Einige Titel wurden sogar von dem ersten Teil der Riders-Serie übernommen.
Wie auch bei Sonic-Colors, waren hier bereits die neuen Sprecher am Werk und leihen Sonic und seinen Freunden ihre Stimme. Leider gibt es keine Option für die japanische Sprachausgabe, wie es bei den Vorgängern möglich war.

Fazit:

Sonic Free Riders ist ein Spiel, welches durchaus viel Spaß machen kann, wenn ihr euch auf die Steuerung einlasst. Diese verlangt ein wenig Geschick und Ausdauer. Durch den gut balancierten Schwierigkeitsgrad werden aber auch Einsteiger keine Probleme haben. Die Kinect-Steuerung funktioniert und führt durch den vollen Körpereinsatz zu einem frischen Spielerlebnis, auch wenn nicht alle Bewegungen immer fehlerfrei vom Kinect-Sensor interpretiert werden. Wer nicht viel Wert auf Story, Grafik und Multiplayer-Modi legt und im Besitz des Kinect-Sensors ist, sollte ruhig ein Blick auf dieses Spiel werfen. Sonic Free Riders ist ein solider Titel, der die neue Steuerungsmöglichkeit von Microsofts neuer Hardware durchaus gut ausnutzt.

Pro

  • gelungene Steuerung
  • abwechslungsreiche und fetzige Strecken
  • gut ausbalancierter Schwierigkeitsgrad
  • simples Tricksystem auch für Einsteiger beherrschbar
  • viele Boards mit modifizierungsmöglichkeiten
  • guter Soundtrack

Kontra

  • maue Story
  • schwache Texturen
  • Übersicht leidet in Multiplayermodi (Splitscreen)
  • geringer Umfang
  • zickige Steuerung beim Einsetzen von Waffen und Gegenständen
  • keine japanische Sprachausgabe
Miles

Geschrieben von: Miles

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