Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom: „Eggman: The Video Game 1 & 2 “ Episoden-Review

Serien-Sonntag! Finale! Eggman will ein Videospiel machen – eine harmlos klingende Situation, die schnell eskaliert…

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Inhalt

Als Amy für einen Kuchen Eier braucht. Sonic mit seinem Auto ins Dorf, um diese zu besorgen, und spritzt Eggman aus Versehen mit Schlamm. Eggman rächt sich mit einer Badnikattacke, die natürlich auch kläglich scheitert, und die Dorfbewohner zeigen lautstark ihre Missgunst gegenüber dem Bösewicht. Genervt darüber, wie er von Sonic angespritzt wurde und trotzdem er selbst der Buhmann ist, beschließt er, sein Image zu bessern. Das neue Tommy Thunder Videospiel inspiriert ihn, selbst eines auf den Markt zu bringen, doch der Versuch wird nur belächelt: Die größten Hits heutzutage würden Motion Capture für ihre Animationen benutzen und nicht auf einen altmodischen Look setzen. Kein Problem für den technisch versierten Wissenschaftler, der sogleich eine kleine Armee Roboter auf Sonic und seine Freunde hetzt, während seine Spiondrohnen ihre Bewegungen aufnehmen. Nun muss nurnoch der Doc selbst für seine Figur Modell stehen, doch dessen ‚Moves‘ sind alles andere als das Gelbe vom Ei. Also sucht er sich einen anderen Bösewicht, der für ihn einspringen soll: Shadow! Doch der hat seit dem letzten Mal so garkeine Lust, noch einmal für den Doc zu arbeiten. Eine Provokation muss also angezettelt werden: In einem Gespräch mit Sonic versucht Eggman, stichelndes Material über Shadow herauszukitzeln, doch auch der blaue Igel zeigt kein Interesse. Ein Hoch auf Schnittprogramme, mit denen der eierförmige Superschurke beleidigende Phrasen zusammenschnippelt und diese dem dunklen Igel präsentiert, der sofort loszieht, um die gesamte Gruppe zu verprügeln. Die Freunde kassieren massiv, doch in einem Moment, in der Sonic Shadow zu Boden ringen kann, konfrontiert der Held seinen düsteren Widersacher und Shadow erkennt, dass er ausgetrickst wurde.

Er wechselt sein Ziel und versucht, Eggman zu erledigen. Der nimmt Reißaus und sucht bei Morpho Unterschlupf, der ihm noch ein besseres Versteck anbietet: Eine andere Dimension! Er flieht in die Dimension, in der die düstere Eggmanvariante ihr Unwesen treibt. Die steckt mitten im Racheplan schmieden und tauscht deshalb dankend die Plätze mit dem Original-Eggman, um es Sonic heimzuzahlen. Sein Rachezug wird aber schnell unterbrochen. Shadow findet den vermeintlich richtigen Schurken schnell und greift ihn an, doch Lord Eggman, der mit dem schwarzen Igel nichts zu tun haben will, leitet ihn in die richtige Dimension weiter. Zusammen mit Sonic, der ebenfalls nach dem Rechten sehen will, machen sie sich auf die Suche, die allerdings nur von kurzer Dauer ist: Ein mit allen Moves sowohl Shadow als auch Team Sonic eingespeister Metal Sonic begrüßt die beiden Stacheltiere, und macht den beiden mit seinem Kampfkunstarsenal gehörig zu schaffen. Mit vereinten Kräften wäre es wohl einfacher zu schaffen, doch Shadow hält nichts von Teamwork, weshalb der Kampf gehen den metallischen Widersacher fast noch in einen kleinen Wettkampf ausartet. Letztendlich können sie ihn dann doch in die alte Dimension verfrachten, wo er mit dem Rest der Gruppe mit Enerbeams zu Boden gerungen und erledigt werden kann. Doch der vermeintliche Sieg ist nur von kurzer Dauer: Im Tumult hat sich Shadow abgesetzt und, um sich dafür zu rächen, zum Narren gehalten worden zu sein, beide Eggmen versteckt, um die ganze Dimension durch das doppelte Eggman Paradox zum Einsturz zu bringen. Während alle die schon ins Chaos gestürzte Welt durchkämmen, um das drohende Unheil zu verhindern, repariert Tails Metal Sonic, um mit Hilfe des Peilsenders genauere Ortungsdaten zu finden. Der Plan gelingt: Metal fliegt sogleich zu seinem Schöpfer, mit Sonic in der Verfolgung. Bald sind die Docs entdeckt, die Lord-Variante heimgeschickt und alles wieder im Lot – außer für Eggman, dessen Videospiel-Dateien während der Weltkrise zerstört wurden.


Rezension

Eine weitere Boom Ära geht zu Ende und wie beim ersten Zwischenstop haben die Macher auch hier wieder einige Asse aus dem Ärmel geschüttelt. So, wie Staffel Eins die ganzen Bösewichte noch einmal für eine letzte Runde versammelt hat, lässt auch Staffel Zwei noch einmal Elemente seiner Folgenpalette Revue passieren. Doch bei den großen Kontinuitätsschritten, die über das letzte Jahr gegangen wurden, reicht ein schlichtes Schurkentreffen nicht aus, und Boom legt eine ordentliche Schippe drauf: Zahlreiche Episoden- und Storyelemente werden wieder aufgegriffen, dass es wirklich so wirkt, als wären wir zusammen einen weiten Weg gegangen. Und das nicht nur oberflächlich: Während auch die ein oder andere Anspielung fällt, die sich nur auf vergangene Tage besinnt, haben einige der Referenzaspekte eine Auswirkung auf die Story und erweitern sie auf eine sinnvolle und überzeugende Weise, dienen nicht nur als Nebensächlichkeit, sondern helfen, eine noch spannendere und interessantere Story für das Finale zu kreieren. Dank der zweifachen Länge durch die Doppelfolge wird auch an keiner Stelle Story für andere wichtige Aspekte geopfert und eine gute Balance geschaffen. Ein sehr schönes Grundgerüst also, das es auszufüllen gilt.

Denn Story ist nur eine Sache: Wer bei Boom einschaltet, wird es nach den 102 vorangehenden, hauptsächlich gag-geprägten Folgen wohl für den Humor tun. Und der fehlt auch im Finale nicht: Ähnlich wie beim ersten Staffelabschluss (und aus dem Titel recht offensichtlich) darf die allseits beliebte Witzwaffe Eggman wieder als Spaßquelle dienen. Und das, wie üblich, mit Erfolg: Die Possen des alten Herrn, der versucht, ein Videospiel zu machen, sind bizarr wie immer und können oft nicht nur durch rausposaunte Gags, sondern schlicht seine ulkigen Verhaltensweisen wieder für eine Menge Spaß sorgen, auch, wenn er vielleicht nicht die größten Reißer auf Lager hat, wie er es oft davor tat. Auch der schwarze Igel persönlich darf nicht nur für Schrecken bei seinen Gegnern, sondern auch bei den Zuschauern für Lacher sorgen: Die absolut platte, bierernste Art von Shadow wird noch ein wenig mehr aufgedreht, sodass er nicht nur als „Straight Man“ für den Eiermann dient, sondern auch aus ganz eigenen Stücken als beinahe wandelnde Parodie einen guten Beitrag zum Humor beisteuern kann. Dazwischen werden noch andere kleine Gags, Anspielungen und witzige Einzeiler eingeschleust, die immer wieder zum Grinsen bringen können. Zwar war Boom schon um einziges lustiger, aber der Anfang der Geschichte ist trotzdem stattlich mit Gags ausgestattet und der Zuschauer wird in den ruhigen Momenten im späteren Bereich der Episode trotzdem noch gut bespaßt, während er auf andere Art konstant auf Trab gehalten wird.

Alle Gags beiseite ist das Hauptaugenmerk der Episode nämlich eindeutig Action, Action, Action! Würde ein Budgetplan vorliegen, würde es sicherlich keinen überraschen, wenn hier das halbe Staffelbudget eingeflossen wäre: Ähnlich wie die erste Folge der Staffel hat die Animation einen ordentlichen Boost erhalten, was sich besonders in den Kämpfen richtig bemerkbar macht. Flüssige, lebendige Aktionen, eine Choreographie, die selbst Eindreschen auf Motobugs unterhaltsam macht und Kamerafahrten, die alles noch dynamischer und spannender in Szene setzen – hier wurde wirklich viel aus dem Goldtopf geholt, um ein aufregendes Finale zu kreieren, und das ist gelungen. Die Story ist da eine große Hilfe: Trotz der kurzen Momente Leichtigkeit, die durch die Boom-typischen Gags immer wieder aufkommen, wird hier wirklich gut die Ernsthaftigkeit der Charaktere und der Situationen deutlich gemacht. So albern Shadow auch in den Kampf geködert wird, sein Hass und seine Zerstörungslust ist echt, wie das Windelweichgeprügle von Sonics Freunden zeigt, und Metals eiskalte Verhaltensweise spricht für sich. Die Spannung und das Risiko werden konstant auf die Spitze getrieben und machen die super inszenierten Kämpfe noch umso besser und genüsslicher. Apropos Metal Sonic: Es ist wunderbar, wie er eineinhalb Staffeln später nach seinem mehr als mittelprächtigen Auftakt endlich seine zweite Chance erhält und mit dieser Folge durch die Attacken-Scan-Taktik einen Kampf beschert bekommen hat, den Sonics langjähriger Doppelgänger verdient hat und dessen Potential und Alleinstellungsmerkmal als programmierbarer Bot ordentlich ausschöpft. Wirklich super ist auch, wie alle Freunde zum Einsatz kommen. So sehr der Fokus auch auf dem Sonic vs. Shadow Duell bzw. Sonic & Shadow vs. Metal Kampf liegt, dürfen die anderen Mitglieder im Gegensatz zu Staffel 1 hier mitmischen, sich ins Gefecht stürzen und ihr Können beweisen. Und sogar für Eggman-Fans ist was dabei: Zwar ist es „nur“ der alternative Edge-Eggi und der Kampf währt auch nur kurz, trotzdem ist es cool, auch mal einen Eins-gegen-Eins Nahkampf zwischen Sonic und dem Laserschwert tragenden Widersacher zu sehen. Um es zusammenzufassen: „Eggman: The Videogame“ bieten eine großartige Sammlung an exzellenten Sequenzen und Actionszenen, die die Herzen von Fans höher schlagen lassen wird und das Finale so fulminant gestalten, wie es sein sollte.

Aber so rasant die Fahrt auch ist, ein paar Schlaglöchlein hat die Episode dann doch – im wahrsten Sinne des Wortes: Zu Beginn der Episode liefern sich Sonic und Tails nämlich ein rasantes Rennen… das nichts mit garnichts zu tun hat. Es ist keine langweilige Sequenz, per se, fällt aber gegenüber den anderen Actionszenen doch ab und wird wegen ihrem inkonsequenten Platz in der Geschichte schnell vergessen sein und vergeudet ein paar Minuten Laufzeit. Die wären an anderer Stelle gut angelegt gewesen, denn das Ende, bei dem Shadow die Erde zerstören will, wirkt ein bisschen schnell abgewickelt – nicht störend schnell, aber eben diese ein, zwei Minütchen hätten da noch Wunder wirken können. Das ist jetzt alles andere als ein Beinbruch, da die mehr als überwiegende, restliche Laufzeit der Doppelfolge so gut mitreißt und auch das Ende nicht wirklich darunter leidet, aber ein wenig schade ist es schon.


Fazit

„Eggman: The Video Game“ ist ein extrem gelungener Boom-Staffelausklang: Mit soliden Gags voller guter Eggmanmomente, einer interessanten Story gespickt mit tollen Momenten mit neuen und alten Bekannten und eine schier endlose Welle an spannenden, richtig aufregenden Actionsequenzen, die vom Sitz reißen – hier kommen vor allem Action-Fans voll auf ihre Kosten, mit einem Staffelabschluss, der in Sachen Kämpfen alles bisherige übertrifft. Ein paar Pacing-Problemchen trüben da auch wirklich kaum etwas: Sollte Boom hier wirklich enden, macht es mit dieser Folge einen mehr als würdigen Abgang, auf das Fans stolz und gerne zurückblicken können.


Nächste Folge: Man kann nur hoffen…

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Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Thigolf, auch Mensch genannt, ist ein Redakteur, der 2004 mit Advance 3 ersten Kontakt mit Sonicspielen hatte und 2007 mit dem Seeabenteuer Rush Adventure vollständig zum Fan konvertiert wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert(e?) sich primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks besonders angetan hat.

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