Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom „Fiendbot“ Episoden-Review

Serien-Sonntag! Ein Roboter von Eggman befreundet sich mit Sonic – ob das auf Dauer gut geht?

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Inhalt

Voller Aufregung rast Sonic zu seinen Freunden, denn er hat eine Kopie eines seltenen Videospiels ergattert! Das wird natürlich sofort gespielt und ein Wettstreit entbrennt. Sonic verliert die Wette und zieht los, um die Belohnung, eine Runde Chilli Dogs, zu besorgen. Doch der Botengang wird jäh unterbrochen, als Eggman mit einem neuen Roboter angreift: Fiendbot! Der riesige Roboter enthält allerlei Daten über den blauen Igel, wodurch der Koloss den Igel genau kennt und seine Attacken vorhersehen kann. Mitten im Gefecht feuert trifft eines der Geschosse einen Baum, der auf eine Dorfbewohnerin zu stürzen droht. Doch Sonic kann die Dame natürlich gekonnt retten! Diese neue Information stellt die Sichtweise von Fiendbot auf den Kopf: Der Held ist kein Feind, sondern ein Freund! Kurzerhand verjagt er Eggman und beginnt, seinem neuen Kumpel nachzudackeln. Doch Sonic steht der Situation skeptisch gegenüber. Er rät seinem Anhänger, lieber nicht mitzugehen, da seine Freunde wohl nicht gerade vor Freude aufspringen werden, wenn ein Eggmanroboter vor der Tür steht. Die Vorahnung soll sich bestätigen: Trotz der Empfehlung ist der Gigant ihm doch bis zum Haus gefolgt und die Freunde sind sofort zur Stelle, um ihn auseinanderzunehmen. Sonic springt allerdings schnell dazwischen und bürgt für den friedlichen Roboter. Zähneknirschend geben die Freunde dem neu getauften „Friendbot“ eine Chance, doch auch nach allerlei Freizeitaktivitäten werden sie einfach nicht mit ihm warm. Eggman ist mittlerweile fleißig: Er baut eine zweite Zerstörungsmaschine, die allerdings nicht die künstliche Intelligenz besitzt, um von seinen Gegnern rekrutiert zu werden. Bald kommt sie dann auch zum Einsatz: Auf dem Weg zum Mehburger werden die Freunde überrumpelt. Ohne Pause schießt die neue Waffe auf den blauen Helden, bis er in eine Ecke gedrängt wird. Als dann der tödliche Schuss in seine Richtung schnellt, hechtet Friendbot vor seinen Kumpel und fängt den Strahl mit seinem eigenen Körper ab. Schnell wird der Kampf beendet und der Patient nach Hause gebracht. Dort überbringt Dr. Tails die grausame Nachricht: Der KI-Chip ihres metallenen Freundes wurde frittiert und ist aus einem Material, das sonst nur in ihrem Videospielmoduls zu finden ist. Schweren Herzens opfert Knuckles also seinen Highscore… und tatsächlich erwacht ihr Freund wieder! Doch wo soll ein Riese in dieser Größe unterkommen? Bei seinen Artgenossen! Friendbot wird ins Cubot-Tal umgesiedelt, wo er viel Platz hat und gleichzeitig auch nach den Chaoten schauen kann. Und so lassen die Freunde ihn mit einem Kommunikator und einer letzten Umarmung in seinem neuen Zuhause zurück.


Rezension

VideospielkumpelDirekt zu Beginn fällt das ziemlich seltsame Pacing auf: Gute dreieinhalb Minuten werden damit verbracht, dass die Freunde Videospiele spielen, ohne den Plot in irgendeiner Form loszutreten. Das ist Eggmans Aufgabe, der dem Zuschauer die nötigen Informationshappen in einer kurzen Szene füttert. Die Szene ist nicht komplett inhaltslos und bietet immerhin einige der besten Gags der Episode, aber trotzdem kann man das Gefühl nicht abschütteln, dass man hier erst einmal ein Viertel der Episode fast nur Füllmaterial serviert bekommen hat. Das ist besonders in der Hinsicht eine seltsame Entscheidung, da dem Teil mit Friendbot die ein oder andere Minute vielleicht noch gut getan hätte, da sich die Beziehung von Roboter zu Team Sonic etwas knapp anfühlt und vielleicht noch etwas intensiver hätte behandelt werden können. Das ist aber nicht die einzige Merkwürdigkeit in der Episode: In der Szene, in der Fiendbot die Informationen über sein zukünftiges Ziel eingespeist bekommt, sieht man allerlei Ausschnitte aus vergangenen Abenteuern – inklusive solcher, in denen Sonic Bürger aus Notlagen befreit. Dadurch hätte Fiendbot schon von Sonics heldenhafter Einstellung wissen sollen, doch stattdessen behandelt er das Retten wie eine neue, lebensändernde Information. Vielen wird so ein Fehler nicht wichtig sein, aber gerade weil es so offensichtlich und gleichzeitig so leicht zu beseitigen war ist dieser Schnitzer umso ärgerlicher und bringt so eben unschönen Sand ins Storygetriebe.

RobohugAber genug genörgelt: Die Episode hat auch noch einige positive Aspekte zu verbuchen. Denn auch, wenn man den Handlungsstrang hätte besser abrollen können, ist die vorhandene Geschichte trotzdem sehr nett. Besonders das warmherzige Ende kann trotz allem noch wirklich überzeugen. Es ist einfach alles schön stimmig: Das Bangen um ihren Freund, das Opfern ihres Moduls für ihn und das neue Zuhause für ihn, mit einer unglaublich süßen Verabschiedung – das alles wird einfach makellos gehandhabt und geht ans Herz. Auch einige echt gute Gags hat die Episode auf Lager. Sonics Kommentar über das Mehburger-Essen, Cubots Flirterei mit Eggmans neuem Roboter oder das schmeichelnde Kommentar von ihm gegenüber seinem Erzfeind, den schnell er stammelnd zurücknimmt, können zum Kichern bringen. Dazu kommen die bereits erwähnten Gags während der „Tomatopotamus“-Videospiel-Runde, die die Fanbase wieder mit einem Augenzwinkern aufs Korn nehmen und damit die Lachmuskeln ordentlich reizen. Jenseits davon ist die Witzelandschaft allerdings recht kahl, Humorenthusiasten werden also ein paar gute Nuggets, aber insgesamt nicht viel finden können. Schön ist aber wieder die Kontinuität: Dass man am Ende das Dorf der Cubots wieder einführt und gleichzeitig ein tolles Ende für Friendbot und die Episode selbst schmiedet ist eine tolle Note.


Fazit

Konfettiparty„Fiendbot“ ist eine recht gute Episode. Zwar ist das Pacing besonders zu Beginn sehr fragwürdig, wodurch der Handlungsstrang nicht zu seinem vollen Potential genutzt werden kann, trotzdem wird aber noch eine ordentliche Folge mit ein paar netten Gags und einem süßen Ende herausgekitzelt. Kein Must-See, aber wer putzige Roboter in einer niedlichen Geschichte mag, wird mit der Episode sicher Freundschaft schließen.


Nächste Folge:
Og, einer der Froglodytes, die in Sticks‘ Keller wohnen, kommt an die Oberfläche – was führt die Kreatur im Schilde?

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Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

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