Sonic Colours

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Sonic Colours (Nintendo DS) Review

Als der erste Teaser für ein Spiel namens Sonic Colours im Internet entdeckt wurde, war die Verwirrung groß…

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Autor: Fasti

Eine 30 Sekunden lange CGI Szene, in der Sonic mit Tails an seiner Seite durch ein buntes Blumenfeld rennt und von seltsamen, schwebenden Außerirdischen eingeholt wird, die das Logo des Spiels in den Himmel zeichnen. Das war alles, was man zu sehen bekam. Weder hatte man so schnell mit der Ankündigung eines neuen Sonic Titels gerechnet, noch damit, dass dieser Titel den berüchtigten ‚Sonic Cycle‘ durchbrechen könnte.

Vor ein paar Jahren setzte Sonic Unleashed neue Maßstäbe, was Gameplay und Story für zukünftige Ableger der Sonic the Hedgehog Reihe angeht. Mit den beiden Sonic Rush Teilen auf Nintendos aktuellem Handheld wurde das klassische 2D Gameplay weiterentwickelt und von Fans und Kritikern mit offenen Armen empfangen. Nun war die Frage berechtigt, ob man diesen Weg weitergeht oder, wie es bisher schon desöfteren passiert ist, wieder etwas neues ausprobieren will. Sonic Team entschied sich jedoch dafür, endlich aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und hat die guten Aspekte der letzten Spiele nochmals um einiges verbessert.

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Während die Wii Version auf den Tagleveln von Sonic Unleashed basiert, sieht die DS Version wie ein direkter Nachfolger zu Sonic Rush aus: Sonic rennt auch hier über beide Bildschirme, während der Boost ihn auf Höchstgeschwindigkeit bringt und Gegner im Handumdrehen aus dem Weg räumt.
Das vielleicht Wichtigste zuerst: Sonic Colours ist nicht einfach als ein Sequel oder eine Kopie von Sonic Rush abzustempeln. Es unterscheidet sich sowohl genug von den beiden Rush Teilen, als auch von seinem großem Bruder auf der Wii, dass das Spiel sehr wohl als eigenständiger Titel zu betrachten ist.

Die Story von Sonic Colours wird ähnlich wie in den Rush Teilen ohne animierte Zwischensequenzen erzählt, sondern mit Hilfe von Textboxen und nett gerenderten Bildern von Sonic und den anderen Charakteren. Das schadet dem Spiel jedoch nicht, denn die Story hält sich diesmal in Grenzen: Dr. Eggman will sich für seine Schandtaten in der Vergangenheit entschuldigen und baut dafür seinen unglaublichen, interstellaren Freizeitpark. Sonic braucht nicht lange um zusammen mit Tails einen Ausflug dorthin zu tätigen, wobei den beiden ziemlich schnell klar wird, dass dies nur ein weiterer böser Plan des Doktors ist. Diesmal hat er sich die Heimatplaneten einer Alienrasse, den Wisps, unter den Nagel gerissen und nutzt deren übernatürliche Energie zu seinen Gunsten.

Die Wisps sind auch das, was Sonic Colours von den bisherigen Spielen unterscheidet. Im Spiel übernehmen sie die Rolle von zeitbegrenzten Power-Ups, die Sonic völlig neue Fähigkeiten verleihen. Das selbstverständlich wieder vorhandene Standartrepertoire an Moves wird somit nicht nur um beispielsweise den mit Sonic Unleashed eingeführten Wandsprung, sondern auch um insgesamt fünf quietschbunte Spezialkräfte erweitert.
Aufgeteilt ist das Spiel in sechs farbenfrohe Gebiete mit jeweils zwei eigenständigen Akten, gefolgt von einem kreativen Bossgegner. Während der erste Akt noch komplett ohne Wisp-Fähigkeiten gespielt wird, kommen dann pro freigeschaltetem Gebiet eine neue Kraft hinzu, die in den bisherigen Leveln benutzt werden kann. Als erstes trifft man auf einen von zwei DS-exklusiven Wisps, den roten Wisp, der es Sonic ermöglicht, sich wortwörtlich explosionsartig in alle Richtungen zu bewegen. Die nächsten drei Wisps gibt es auch in der Wii Version, wo sie genauso funktionieren, wie hier: Mit dem gelben Wisp bohrt sich Sonic durch bestimmte Bereiche im Boden der Level, orangene Raketenwisps helfen Sonic meilenweit in die Höhe zu düsen und der türkise Laserwisp, der durch Reflektion an speziellen Kristallen komplett neue Wege ermöglicht. Allgemein wird mit den Fähigkeiten der Wisps ein Bereich zurück in das Sonic Franchise geholt, welcher für lange Zeit verschollen galt: Das sich lohnende Erkunden von Leveln. Es lohnt sich unter anderem besonders für die Sammler unter den Spielern, da sich in jedem der Level fünf spezielle, rote Ringe befinden, die viele Bonusinhalte wie Musik, Illustrationen oder sogar neue Level in Dr. Eggmans Sonic Simulator freischalten.

Der Sonic Simulator, auch Game Land genannt, dient in der DS Version als Menü für diverse Spielmodi:
Der Versus Mode erlaubt es, entweder gegen einen Computergegner oder gegen einen Freund anzutreten. Letzteres ist auch möglich, wenn nur ein Modul des Spiels vorhanden ist. Auch über die Nintendo Wi-Fi Connection kann gespielt werden. Der Zeitangriff Modus lässt die einzelnen Level nochmals spielen. Allerdings geht es hierbei nur darum, die Bestzeit zu schlagen. Sonic-Veteranen werden mit diesem Modus schon sehr gut vertraut sein.

Als letztes bietet Game Land noch die Möglichkeit, die Speziallevel erneut zu spielen. Auch diese sind in Sonic Colours wieder mit von der Partie. Sammelt man in einem Level 50 Ringe und kommt mit diesen ins Ziel, hat man die Wahl, das jeweile Speziallevel zu betreten. Diese sind eine Art Best-of Speziallevel, denn man findet Parallelen zu den beliebtesten Spezialleveln der Reihe: Man steuert Sonic erneut mit dem Touchpad durch eine Half Pipe, jedoch sammelt ihr diesmal keine Ringe, sondern bunte Kugeln. Es gilt drei Runden zu vollenden, während man pro Runde eine andersfarbige Kugeln einsammeln muss. Hat man dies erfolgreich hinter sich gebracht, erhält man einen Chaos Emerald. Sind alle Sieben gesammelt, gibt es noch ein geheimes Extralevel zu spielen.
Und als wäre das nicht genug zu tun, gibt es pro Gebiet noch Zusatzmissionen, in denen man für Sonics Freunde bestimmte Aufgaben erledigen muss. So gut wie jeder hat hier seinen eigenen Gastauftritt: Knuckles, Amy, Shadow, selbst Vector und Fanliebling Big the Cat sind dabei. Das erhöht die Möglichkeiten, wie man sich in Sonic Colours die Zeit vertreiben kann, um einiges!
Grafisch unterscheidet sich das Spiel kaum von seinen beiden Cousins, Sonic Rush und Sonic Rush Adventure. Dazu kommt der wohl gelungenste Soundtrack seit langem. Es wurde diesmal auf komische Lyrics a la „Jeh Jeh Rocket“ verzichtet. Stattdessen hören wir sehr gute Umsetzungen des Sounds der Wii Version, und dieser ist von Anfang bis Ende abwechslungsreich und ein wahrer Schmaus für die Ohren.

Fazit:

Sonic Colours auf dem Nintendo DS ist, ebenso wie die Wii Version, ein ziemlicher Überraschungstitel geworden. Die Wispfähigkeiten tragen eine Menge positives zum Gameplay bei und sorgen zusammen mit den vielen versteckten Geheimnissen für hohen Wiederspielwert. Die Nebenmissionen und der Sonic SImulator verlängern das Spiel zusätzlich noch um ein paar Stunden. Sonic Colours bringt wortwörtlich Farbe ins Leben eures Handhelds.

Ruki

Geschrieben von: Ruki

Igel-Fan seit 2001. Mit Sonic Unleashed als Lieblingstitel entdeckte er seine Begeisterung zum Speedrunning und ein gewisser, etwas zu gutgläubiger Echidna ist sein Lieblingscharakter. Comics und Serien der Reihe sind für ihn Pflichtprogramm. Auf der Page kümmert sich Ruki seit 2011 um regelmäßige News, Comic-Reviews und verschiedene Arbeiten im Hintergrund.

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