Sonic the Hedgehog 4

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Sonic the Hedgehog 4: Episode 1 (Xbox360 / PS3 / PC) Review

Als an einem denkwürdigen Datum, dem 09.09.09 ein geheimnisvolles Spiel namens Project Needlemouse vorgestellt wurde, konnte es noch keiner so recht glauben. Ein klassisches Soniclogo? Wird daraus etwa Sonic the Hedgehog 4, auf das wir 16 Jahre gewartet haben?

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Autor: Master

Ganze 5 Monate hat es gedauert, bis die Auflösung kam und nun allen klar wurde: Es ist wirklich Sonic the Hedgehog 4: Episode I! Episode I? Die Meldung, das Spiel würde stückweise und als nur Dowlnoad veröffentlicht hat für viel Verwirrung und negative Kommentare seitens der Fans gesorgt. Doch legen wir dieses Thema jetzt beiseite, denn nun wollen wir herausfinden, ob sich die Wartezeit von 16 Jahren gelohnt und das Spiel den Namen Sonic the Hedgehog 4 verdient hat.

Die Story von Sonic the Hedehog 4 ist schnell erzählt. Da sie, wie es für die Klassiker üblich war, ohne Sprach- oder Textdialoge auskommt, ist man auf das was im Spiel passiert angewiesen. Dr. Eggman hat den Finalen Kampf der Death Egg Saga überstanden und schmiedet schon wieder neue Pläne, um den lästigen Igel loszuwerden und bessert seine besten Maschinen noch einmal ordentlich auf.
Sonic the Hedehog 4 ähnelt den Klassikern wirklich sehr. Das liegt nichts zuletzt daran, das sehr viele Elemente der ersten beiden Spiele wiederverwendet werden. Die Levelschemen und Designelemente sind an solche Zonen wie die Casino Night Zone oder die Metropolis Zone angelehnt und verwenden auch deren typische Badniks. Auch die Bosse von damals kehren zurück, doch hat Dr. Eggman hier stets noch ein Ass im Ärmel, sodass die Kämpfe nicht zu einer langweiligen Kopie verkommen.

Die vier sehr unterschiedlichen Zonen verfügen über jeweils drei Acts, die sich allesamt auch nochmals deutlich voneinander unterscheiden. Splash Hill ist noch recht einfach gehalten aber in Casino Street muss sich Sonic in Act 3 mit Kanonen immer weiter nach oben vorarbeiten, um das Levelende zu erreichen. Lost Labyrinth verfügt sowohl über Unterwasserpassagen wie auch den sehr kreativen zweiten Act, in dem Sonic mit einer Fakel für Licht sorgen muss und mit dem Feuer das ein oder andere Schalterrätsel lösen und Dynamit anzünden muss. Die Mad Gear Zone besteht im ersten Act noch hauptsächlich aus Dampfdüsen und erst im zweiten Act kommt das zu erwartende Levelschema mit vielen großen Zahnrädern auf. Im dritten Act muss Sonic in halber Dunkelheit vor einem gigantischen Tunnelborher flüchten, der unaufhaltsam von links ins Bild dringt.
Das Highlight ist dann die E.G.G. Station, in der es Sonic in einer Weltraumbasis mit einen wirklich knackigen Finalgegner zu tun bekommt, der gerade für erfahrene Spieler einige Überraschungen bereit hält.

Das Leveldesign kommt dabei nicht ganz an die Klassiker heran und erinnert mehr an den ersten Teil der Advancereihe mit teilweise ziemlich langen und stellenweise unnötig gestreckten Acts. Allerdings bleibt es stets fair und es gibt kaum unfaire Stellen und vor allem nur sehr wenig unvorhersehbare Todesgruben. Der Schwierigkeitsgrad ist auch für unerfahrene Spieler noch angenehm, allerdings sollte man die ersten Level nutzen um die Spielmechanik ausgiebig zu lernen, denn später steigt der Schwierigkeitsgrad spürbar, wenn auch nicht Sprunghaft an und die E.G.G. Station wird den meisten Spielern anfangs einige Leben kosten.
Die Special Stage ist eine überarbeitete Version des rotierenden Labyrinths aus Sonic the Hedgehog. Wie schon zuvor ist es hier das Ziel, das Ende des Labyrinths zu erreichen und einen Chaos Emerald zu ergattern. Allerdings wird das Labyrinth hier vom Spieler gedreht und Sonics Fallrichtung so kontrolliert. Dadurch wird es jedoch nicht einfacher, denn es gibt nun ein Zeitlimit und es müssen Ringe eingesammelt werden, um Barrieren zu öffnen. Es gibt außerdem viele Bumper, die Sonic bei Unachtsamkeit schnell gegen einen Goalstein schleudern, womit die Chance auf einen Chaos Emerald vertan ist.

Grafisch macht das Spiel eine ganz gute Figur und schafft es, das Feeling der Klassiker wieder zurück zu bringen. Die verschiedenen Acts sind liebevoll detaillert und zaubern ein wirklich farbenprächtiges und knackscharfes Bild auf den TV, sofern man in HD spielen kann. Sonic ist im Cell-Shading Stil gehalten und passt damit sehr gut ins Spiel, auch wenn hier nicht der klassische Sonic mit schwarzen Augen vorkommt, was einige Fans unnötig aufgeregt hat. Das Spiel läuft dabei sehr geschmeidig über den Bildschirm und es kommt nie zu Slowdowns oder Rucklern.

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Klangtechnisch kann das Spiel auch überzeugen. Es gibt sehr viele Soundeffekte die direkt aus den 16-Bit Spielen kommen und sofort einen enormen Wiedererkennungswert haben. Einige werden an ganz anderer Stelle verwendet, dennoch lässt sich sofort erkennen, woher der Soundeffekt ursprünglich kam. Das trägt abermals sehr zum klassischen Feeling des Spiels bei. Die Musik verfolgt diesen Ansatz leider nicht ganz. Anstatt Musik mit echten 16-Bit Klang zu produzieren hat man lediglich die Drumsamples aus Sonic the Hedgehog genommen und diese mit modereneren Synthesizerklängen kombiniert. Die Musik schafft es damit aber dennoch an die Klassiker zu erinnern und einige Melodien wie zum Beispiel Splash Hill Act 3 oder Mad Gear Act 1 gehen sofort ins Ohr und sind auch sonst sehr hörenswert. Weniger gut gelungen sind die Musikstücke für die Bosse. Diese können leider nicht ganz das Feeling eines knackigen Bosskampfes vermitteln, wie es die Klassiker vermochen.

Das Gameplay ist so stark, wie man es von den Klassikern gewohnt ist, jedoch mit ein paar kleinen Änderungen, an die man sich erst gewöhnen muss. Sonic rennt hier wieder unbeschwert durch aberwitzige Streckenkonstruktionen mit Loopings, Korkenziehern, fliegt auf Spielkarten wie auf einem fliegenden Teppich, muss auf riesigen Kugeln balancieren und noch viele weitere Levelelemente für sich benutzen. Dabei hat er die aus den 3D Spielen bekannte Homing Attack zu seinen Fähigkeiten dazuspendiert bekommen. Mit dieser lassen sich wie sonst auch üblich Gegnerketten in der Luft benutzen um versteckte Items oder Routen zu erreichen. Doch auch bei Bossen und im normalen Spielverlauf ist die Homing Attack hilfreich, da Sonic einen leichten Airdash ausführt, wenn er kein Ziel vor sich hat. Es gibt übrigens nach jeder Homing Attack eine kurze Verzögerung, sodass man nicht versehentlich durch zu schnelles drücken versehentlich einen Airdash ausführt und in die Gegnerkette fällt und alle Ringe verliert.

Der Spindash kehrt genau so zurück wie Sonics berühmte Rolle. Diese entsprechen jedoch von der Physik her nicht den Klassikern. Sonic wird, wie es für die neueren 2D Titel wie Sonic Rush üblich ist, nicht schneller als im Laufschritt, wenn er einen Abhang hinunterrollt und verliert schnell an Geschwindigkeit, wenn er eine Steigung hinaufrollt. In diesem Fall ist es nötig zu Laufen, was in einer U-förmigen Passage in Casino Street im ersten Moment verwirrend ist. Erfahrene Spieler wissen, das sie hier hin- und herrollen müssen, um an Höhe zu gewinnen doch in Sonic 4 muss dies im Laufschritt getan werden. Sonic kann hierzu auch Steigungen deutlich besser zu Fuß erklimmen als damals. Darüber hinaus löst er seine Rolle auf, wenn er von der Kante einer Steigung abhebt, was eng mit der Mechanik der Homing Attack zusammenhängt, da häufig Gegnerketten nach solchen Passagen in der Luft hängen.
Der Spindash lässt sich wie in den Klassikern mehrmals hintereinander aufladen, doch Sonic bekommt hiervon keinen Geschwindigkeitsvorteil und zischt schon nach dem ersten Schwung mit Volldampf davon. Sonics Steuerung selbst funktioniert tadellos, auch mit dem Analogstick, der hier genau wie das Steuerkreuz funktioniert und Sonic nur mit einer Geschwindigkeit laufen lässt.

Sonic verliert deutlich schneller an Geschwindigkeit, sobald der Stick oder das Steuerkreuz losgelassen wird, was jedoch für die Kontrollierbarkeit förderlich ist. All diese Änderungen können zu einem etwas flüssigeren Spielverlauf führen, sofern man sich daran gewöhnt hat. Neben dem normalen Spiel kann man die Levles auch jederzeit über eine nette Weltkarte aus aufrufen und einzeln spielen. Neben der Punktejagd kann man hier auch auf Zeit spielen und seine Bestleistungen in die Leaderboards eintragen.
Insgesamt macht Sonic the Hedgehog 4: Part I eine gute Figur und schafft es den Geist der Klassiker einzufangen und wiederzugeben. Es ist zwar nicht ganz auf dem Niveau von seinen Vorgängern, kommt diesen aber deutlich näher als alle anderen Spiele der letzten 16 Jahre.

Es bestehen noch ein paar Schwächen in der Physik und im Leveldesign und es wurde ein bisschen sehr viel Recycling betrieben und insgesamt könnten Grafik und Musik noch ein bisschen weiter aufpoliert werden aber darüber hinaus ist Sonic 4 wirklich ein sehr solides und vor allem spaßiges Spiel. Es ist mit ca. 12-15€ für den gebotenen Umfang etwas teuer aber dennoch kann man es Fans der Klassiker und auch Neulingen bedingungslos empfehlen kann.

Fazit:

Episode I hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn hier und da noch nicht alles zu 100% stimmt. Das Potential zu einem würdigen Nachfolger ist mit Sonic 4 aber definitiv vorhanden und ich habe hohe Erwartungen an die weiteren Episoden!

Ruki

Geschrieben von: Ruki

Igel-Fan seit 2001. Mit Sonic Unleashed als Lieblingstitel entdeckte er seine Begeisterung zum Speedrunning und ein gewisser, etwas zu gutgläubiger Echidna ist sein Lieblingscharakter. Comics und Serien der Reihe sind für ihn Pflichtprogramm. Auf der Page kümmert sich Ruki seit 2011 um regelmäßige News, Comic-Reviews und verschiedene Arbeiten im Hintergrund.

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