Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom: “Später Lohn” Episoden-Review

OT: „Late Fees“ – Serien-Sonntag: Dieses Mal muss Sonic nur ein Buch abgeben. Das klingt erstmal ziemlich öde – entsteht da etwas Gutes?

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Inhalt

Als Sonic mit seinen Freunden wieder jugendlichen Blödsinn treibt, ruft Amy an. Sonic hat ein Buch von ihr geborgt, das sie wiederum von der Bücherei geliehen hat – und da läuft heute die Frist ab! Nach kurzer Überlegung weiß Sonic wieder, wo er den Schinken gelassen hat, und rennt in Richtung Bücherei, die bereits in sieben Minuten schließt. Der blaue Igel hat aber Vertrauen in seine rasenden Fähigkeiten – wohl etwas zu sehr: Als ein alter Mann vor ihm die Straße überquert, lässt ihm Sonic trotz des Zeitdrucks den Vortritt. Danach trifft er auf Sticks, die gerade auf Alienjagd ist, mit der er auch einen kleinen Plausch hat, bis er schließlich sogar an der Burgerbude halt macht, um einen Happen zu essen. Doch der schnelle Zwischenstop beansprucht mehr Zeit als gedacht – zuerst braucht der Biber viel zu lange, um sein Essen zu wählen und dann schneit auch noch Eggman herein. Der lässt unserem Helden allerdings netterweise den Vortritt, sodass dieser seinen Chilidog bestellen kann. So einen will Eggman auch, nur leider hat Sonic den letzten erwischt. Von Schuldgefühlen geplagt rast Sonic ins nächste Dorf, um dort einen für den Erzfeind zu ergattern. Nach einigen Unterbrechungen von spazierengehenden Rentern kann er das gewünschte Objekt erlangen und zu Eggman zurückbringen. Dem sind aber zu wenig Gewürze drauf… Sonic ist genervt und beschließt nun endgültig, das Buch sofort zurückzubringen – doch WIEDER hat er mit Unterbrechungen zu kämpfen: Sticks fängt ihn in der Alienfalle, der Häuptling vom Gogoba Stamm zwingt ihn, ihm zu helfen, und als Sonic endlich an der Bücherei ankommt, schießt Eggman, der ihm den Chilidog ohne Gewürze übelnimmt, ab, und beginnt einen Kampf. Im letzten Moment treffen jedoch Sonics Freunde ein und besiegen den Bösewicht. Die Bücherei hat allerdings verfrüht geschlossen…bis Eggman, immernoch wutentbrannt, ein letztes Mal auf die Truppe schießt, verfehlt und ein Loch in die Wand der Bücherei schießt, durch das Sonic das Buch in letzter Sekunde abgeben kann.


Fazit
„Late Fees“ glänzt – nicht unbedingt mit Humor, aber mit einem anderen, tollen Element.

SonicOldManMittelpunkt in der Folge ist natürlich Sonic, der hier die allergrößte Aufmerksamkeit bekommt. Ergebnis ist eine Episode, die den Charakter wunderbar zeichnet. Der blaue Held wird in dem Licht gezeigt, in dem wir ihn lieben: Heldenhaft und immer für alles und jeden da, aber oft eben viel zu sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt. Der Sturkopf kann es einfach nicht lassen, alle Aktionen, die er durchführen wollte und eigentlich garnicht so wichtig sind, trotz dem immer kleiner werdenden Zeitfenster immernoch durchzuziehen. Der Fokus auf ihn charakterisiert den Helden exzellent und dreidimensional und lässt die Episode beinahe wie eine (wenn auch überzogene und etwas actionreichere) Slice of Life Geschichte wirken – also eine Geschichte, die nur einen Abriss vom Leben des Protagonisten zeigt und sich nicht übermäßig auf Abenteuer oder außergewöhnliche, nicht alltägliche Situationen fokusiert. Das lässt die Folge etwas frischer und anders wirken, fügt sich aber trotzdem nahtlos in die restlichen Boomgeschichten ein und zeigt zudem, dass kleine Charakterstudien wie eben diese selbst im kurzen 11 Minuten Format völlig machbar sind. Sonics Charakterisierung trägt auch zum Humor bei: Viele Gags sind auch ohne dessen Persönlichkeit lustig (allen voran die random Explosionen, die in seinen Flashbacks passieren), andere erhalten gerade durch seine genervten und gezwungen freundlichen Reaktionen ihre Witzigkeit. So wird beispielsweise der Running Gag mit den alten Personen, der sich (trotz kurzer Aufschwünge) ziemlich abnutzt, nie ganz öde, weil Sonics verzweifelte Interaktion mit dem ganzen immer zumindest ein wenig Humor oder zumindest coole Charakterzeichnung für den blauen Helden serviert.

SticksCageDie anderen Charaktere bleiben aber, trotz ihrer kürzeren Auftritte, trotzdem nicht ganz aus dem Bild und haben ein paar schöne Momente: Eggman ist wie üblich natürlich wieder der Charakter, der auch ohne Fokus zum Star wird – dass er so eingeschnappt wird, weil Sonic nicht an seinen Extrawunsch gedacht hat, ist mal wieder typisch er. Sticks‘ paranoide Veranlagung wird dieses Mal gut eingebunden und wirkt nicht so seltsam und ohne Grund eingewürfelt, wie es oft der Fall ist, sondern trägt einen sinnvollen und amüsanten Teil zur Story bei, ohne die witzige Randomness zu verlieren – so sollte es öfters sein! Andere kleinere Schmankerl waren u.a. Tails‘ Videospielregal mit den vielen Cartridges als nettes Hintergrunddetail. Dass alte Charaktere wie der Gogoba Stammleiter aus „Guilt Tripping“ zurückkehrt und Sonic wieder mit den gleichen Tricks für seine Hilfe einspannt, ist zudem ein netter Bonus für Langzeitzuschauer. Die deutsche Version kann auch gut mithalten – lediglich der Titel (der natürlich nichts an der Episode selbst rüttelt) und die mehr als merkwürdige Übersetzung von „Spinning Blades“ zu „Starthilfekabel“ fallen hier auf.

Buchrück„Late Fees“ ist eine gute Episode, die den blauen Igel im Boom Cartoon schön ausbaut und eine ganze Ladung toller Charaktermomente mit ihm beschert. Sie ist nicht übermäßig witzig, kann aber rein durch ihren Slice of Life Status überzeugen. Wer sehen will, dass Boom nicht nur Comedy, sondern auch Charaktere kann, sollte unbedingt einen Blick darauf werfen.


Nächste Folge:

Nächsten Sonntag nehmen wir uns „Into the Wilderness“ vor: Sticks ist unangefochten das wildeste Tier der Truppe – steht sie im Fokus?

Thigolf

Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

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