Sonic Boom (Serie)

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Sonic Boom: „Anything you can do, I can do worse-er“ Episoden-Review

Serien-Sonntag! Sonic und Tails machen einen Wettbewerb, der sich langsam, aber sicher hochschaukelt – hat das fatale Folgen?

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WorsererBB


Inhalt

Eggman hat eine neue Waffe, mit denen er Sonic und Tails jagen kann: Einen Staubsaugerbot, der seinen Erzfeind einsaugen kann! Das geht sogar fast auf – bis Sonic sich aus dem Inneren herauskämpft, den Bot zerstört und damit einen weiteren Plan des Schnurrbartträgers ruiniert. Als die Beiden über seine erneute Niederlage lustig machen, entgegnet ihnen Eggman, dass es nicht so einfach ist, wie es aussieht. Eine interessante Behauptung, durch die sich Tails inspiriert fühlt. Schnell ist eine Wette ausgehandelt: Tails muss Sonic fangen – und wer scheitert, muss eine Schnulze beim Karaokeabend singen. Trotz der Warnung von Amy, dass sich Sonic immer in Wettbewerbe hineinsteigert, macht sich der kleine Fuchs schnell ans Werk. Seine beiden Falltür-Konstruktionen können jedoch nicht für den gewünschten Erfolg sorgen. Eggman lässt sich das ganze Schauspiel nicht entgehen und schmiedet sogar einen Plan: Wenn der sich stets verbessernde Fuchs irgendwann den blauen Raser wirklich schnappen sollte, wird er zur Stelle sein und den Fang abholen! Darauf muss er jedoch noch ein Weilchen warten, denn egal ob Fasskonstruktion, selbst-rollende Felsen oder ein Canyon voller Bärenfallen… Sonic entkommt allen Tricksereien mit Geschick – was man über seine Freunde, die alle anstatt ihm in den Fallen landen, nicht sagen kann. Der junge Erfinder wird dabei mit jeder Niederlage wütender und wütender. Schließlich sieht Sonic Tails resigniert auf einem zugefrorenen See sitzen: Er hat angefangen, eine Falle zu bauen, dann aber aufgegeben, als er realisierte, wie hoffnungslos es doch ist, gegen Sonic zu gewinnen. Das hört der Igel gerne und schnappt sich sofort den von Tails angebotenen Lock-Chillidog. Da muss der Tüftler grinsen, den sein Plan geht auf: Die Falle wird ausgelöst, das Eis unter Sonic bricht und der Held wird in dem einzigen Käfig gefangen, in dem er wirklich hilflos ist: Wasser. Perfekter Zeitpunkt für Eggman, das Ruder an sich zu nehmen – und ein ungünstiger Moment für Tails. Sonic steckt hilflos im Wasser, und alle seine Freunde stecken noch in Fallen fest! Schnell rast er los und befreit alle, so schnell es geht, um seinem wasserscheuen Kumpel zur Hilfe zu eilen. Noch rechtzeitig können sie die Badniks abwehren und Sonic aus dem Wasser fischen, der mit Hilfe von Knuckles dann den entscheidenden Schlag gegen den Eiermann ausführt.


Rezension

StaubsaugerbotDirekt nach dem Schauen fällt bei der Episode eines auf: Wie gut sie strukturiert ist. Ian Flynn, der vielen Sonicfans für seine Arbeit in den Archiecomics bekannt ist, beweist hier, dass er mit einem Minutenlimit genauso gut klarkommt, wie er es sonst mit Seiten tut. Während viele Episoden oft mit Szenen ausgepolstert werden, die nichts mit dem sonstigen Geschehen zu tun haben (meist zu Anfang) oder etwas abrupt enden, fließt hier von Anfang bis Ende alles wunderbar. Das ist bei den anderen Episoden meistens kein großes Manko (die zusätzlichen Szenen bieten meist zusätzliche gute Gags und fühlen sich dadurch nur in den seltesten Fällen wie wirkliche Füller an), aber wenn man mal eine so perfekt auf 11 Minuten zugeschnitte Episode wie diese präsentiert bekommt, fühlt sich das einfach gut an.

HandkatapultAber auch die beste Struktur hilft nichts, wenn der Inhalt nicht gut genug ist. Aber auch hier gibt es nichts zu befürchten. Der Plot alleine ist dieses Mal so interessant, dass er die Episode locker alleine tragen kann. Hauptgrund sind Tails‘ Apparaturen. Hier kann sich Eggman in so manch anderer Episode eine große Scheibe abschneiden: Anstatt einfach plump mit einer Armee an Robotern aufzukreuzen, setzt Tails seinen Grips ein und baut Fallen, von denen eine kreativer ist als die andere. Das hilft nicht nur ihm beim Schnappen seines blauen Kumpels, sondern lässt auch den Zuschauer stets neugierig zurück, was er wohl als nächstes aus seinem Werkzeugkasten zaubert. Aber auch der, wie bereits erwähnt, oft recht unkreative Eggman hat dieses mal nicht einen der ständig gleichen Robos, sondern eine frische, witzige Maschine! Hier wurde sich offensichtlich viel Gedanken gemacht, das Konzept der Episode voll auszukosten – und das ging auf.

TätschelSchön unterstützt wird das Ganze durch die Charaktere, bei denen Flynn auch ein wunderbares Händchen zeigt. Allen voran gehen natürlich Sonic und Tails, die in ihrem Konkurrenzkampf gut in Szene gesetzt werden. Der blaue Igel darf wieder leicht überheblich sein, seine Siege stolz präsentieren und seinem zweigeschweiften Kontrahenten einen Tätschler auf dem Kopf geben. Dabei schlägt er nie über die Stränge und bleibt stets sympathisch und unterhaltsam. Gleiches gilt für Tails. Die teils etwas herablassenden Tätschler und stichelnden Kommentare seines Konkurrenten lassen ihn teils fuchsteufelswild (hah) und seine Methoden gegen Ende sogar fast schon gemein und hinterlistig werden. Dabei wird es aber in keiner Minute out-of-character, da er außerhalb des Wettbewerbs sofort allen Groll fallen lässt, als Not am Mann (oder eher Igel) ist und man nie das Gefühl bekommt, er meint es mit seinem Freund wirklich böswillig, auch wenn der Wettbewerb bisweilen hitzig wird. Ian Flynn schafft es bravourös, die Rahmen der Charaktere voll auszunutzen, ohne sie in geringster Weise zu verfremden. Allgemein ist die Episode eine tolle für Tails Fans, da sie voll mit seinen Tüfteleien ist und Sonic sogar ein Schnippchen schlägt. Der Rest der Charaktere stehen etwas auf der Seitenlinie, haben aber auch kleine, schöne Momente, die guten Nutzen aus ihren Charakteristiken machen.

MonkeyandKnucklesDer Humor tritt hier etwas in den Hintergrund, hat aber trotzdem noch einiges zu bieten. Wie so oft haben viele Charaktermomente einen Doppelzweck als Humoreinlage. Sonic, der schlechte Witze reißt und selbst drüber lacht, Amy als überzogene Moralapostel, Sticks, die die Bärenfalle an ihrem Kopf als Accessoire behalten will, oder die herausgezogene Konversation zwischen Eggman und seinen Handlangern,welchen Spitznamen sie dem gefrorenen Sonic geben sollen … Solche Momente sind recht zahlreich vorhanden und zünden auch immer, sind aber meist keine großen Reißer. Mit der Fassszene ist sogar ein wenig Slapstick dabei! Highlight ist aber wohl Tails, der nicht möchte, dass Knuckles sein Fass hebt und die Falle auslöst: Die schiere Panik, die Tails‘ Sprecherin in den Satz „YOU MIGHT GET A SPLINTER!!“ steckt, hebt die Zeile zu absolut großartigen Höhen und ist wohl die eine Stelle, bei der man einfach auflachen muss. Ansonsten sticht höchstens der Family Guy-ähnliche Einspieler mit der „Sonic & Knuckles setzen Affen Hüte auf“ Wette heraus, aber nicht der Qualität wegen (auch wenn er recht witzig ist), sondern schlichtweg der Abstrusiität wegen. Kurzum: Viele gute, amüsante Gags, wer aber richtige Brüller finden möchte, wird sie woanders suchen müssen.


Fazit

NoHardFeelings„Anything you can do, I can do worse-er“ ist eine wunderbar runde Episode, die durchgehend mit ihrem Plot und Charakterinteraktionen unterhalten kann und damit nie eine lasche Minute hat. Eine große Bandbreite an Brüllern wird zwar nicht gerissen, das ist bei der schönen Durchführung der beiden anderen Aspekte und den trotzdem noch ausreichend vorhandenen guten Witzen aber nur ein minimaler Wermutstropfen. Einfach ein rundum gelungenes und für jeden Boomfan absolut sehenswertes Gesamtpaket.


Nächste Folge:
Dieses Mal wird Sonic mit seiner größten Schwäche konfrontiert: Wasser. Kann er seine Phobie überwinden?

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Geschrieben von: Thigolf

Verliebte sich 2004 in die Reihe, als er im Elektrohandel die Flugfertigkeiten des zweigeschweiften Fuchses in Advance 3 ausprobieren durfte, bis er dann mit Rush Adventure komplett zum Fan wurde. Seit Anfang 2014 ist er als Redakteur bei Spindash dabei und kümmert sich nun primär um die Reviews der Boom-Serie, wo es ihm die Dachsdame Sticks und der leicht anders charakterisierte Tails besonders angetan hat.

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